
Palfinger schreibt sein Russland-Geschäft im dritten Quartal um rund 135 Mio. Euro ab. Die Aktie verlor im Tagesverlauf fast acht Prozent.
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Der Salzburger Kranhersteller Palfinger bereitet eine Wertberichtigung seines Russland-Geschäfts vor. „Infolgedessen werden Vermögensgegenstände in Russland in Höhe von etwa 135 Millionen Euro im Q3 2026 ergebniswirksam wertzuberichtigen sein", teilte der Konzern mit. Der Vorstand um CEO Andreas Klauser erwartet für das erste bis dritte Quartal 2026 ein Betriebsergebnis (Ebit) von rund 120 Mio. Euro; im Vergleichszeitraum 2025 betrug das Ebit noch 130,7 Mio. Euro. Die Palfinger-Aktie an der Wiener Börse fiel im Tagesverlauf um fast acht Prozent.
Warum dieser Schritt nötig ist, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Im Geschäftsbericht 2025 ist das Risiko vermerkt, „dass die russischen Gesellschaften infolge gesetzlicher Regelungen vom russischen Staat übernommen werden". Eine solche Enteignung steht jedoch nicht bevor, wie das Unternehmen auf trend-Anfrage versichert: Zwar würden nach der Umsetzung der neuen rechtlichen Struktur „Umsatz und Ergebnisse russischer Aktivitäten nicht mehr in den konsolidierten Zahlen des Konzerns aufscheinen", jedoch bleibe Palfinger „Eigentümer der russischen Einheiten."
Für Aufsehen hat in den letzten Tagen gesorgt, dass das Russland-Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro per Dekret de facto enteignet worden ist.
Die Palfinger-Wertberichtigung, so das Unternehmen, sei als „Ring-Fencing" zu verstehen – eine Risikoabschottung, um Geschäftsbereiche mit schlummernden Risken vom restlichen Geschäft besser zu trennen. Eine Auswirkung auf die Liquidität des Unternehmens habe die Maßnahme nicht.
„Nach den anwendbaren Buchführungsvorschriften ist der Effekt aus der Wertberichtigung nicht im Ebit, sondern als Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (Result from Discontinued Operations) gesondert zu zeigen. Die Wertberichtigung wird folglich das Net Income entsprechend vermindern", so Palfinger.
Es werde erwartet, dass das Net Income durch die Entkonsolidierung in den kommenden Quartalen mit einem weiteren erheblichen Effekt im Zusammenhang mit dem Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung belastet werde. „Die Höhe des Effekts ist abhängig von der Währungsentwicklung und würde derzeit rund 45 Millionen Euro betragen", rechnet das börsennotierte Unternehmen vor.
Ende Juli hatte Palfinger bekannt gegeben, dass die Finanzziele für 2027 verschoben werden, was die Aktie unter Druck gebracht hatte. Im Halbjahr 2026 ging der Konzerngewinn um 4 Prozent auf 48 Mio. Euro zurück. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf rund 1,17 Milliarden Euro. Palfinger ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Ladekranen, Holz- und Recyclingkranen sowie Hakenliften.