
Lange Zeit war AMAZON der Parade-Angreifer im E-Commerce schlechthin. Nun muss sich Rocco Bräuniger, Chef von Deutschland und Österreich, plötzlich mit chinesischen Billigkonkurrenten und immer rigideren EU-Auflagen herumschlagen.
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Das Etikettieren verlief noch holprig, beim Sortieren dann, am anderen Ende des Amazon- Verteilzentrums in Wien-Liesing, hatte Rocco Bräuniger die Schulkinder auf seiner Seite. Jeder Paket-Scan ließ eine andere Versandtasche bunt aufleuchten, die gezielt befüllt und bezirksweise geordnet in die Lieferwagen geladen wurde. Viel lustiger ist eine Nintendo Wii auch nicht.
Der Chef von Amazon Deutschland und Österreich war allerdings nicht zum Spielen da, sondern um bei ausgewählten Politik- und Wirtschaftsvertretern gute Stimmung für E-Commerce zu machen. Der Onlineriese leidet immer stärker unter regulatorischen Einschränkungen aus Brüssel (Digital Service Act, Digital Marketing Act), die tief in die Abläufe des Onlinehandels eingreifen.
Dass Österreich jetzt zusätzlich noch mit der Forderung nach Klarnamenpflicht bei Onlinerezensionen vorpreschte, ließ Unruhe aufkommen: "Wir unterbinden jetzt schon pro Jahr 200 Millionen mutmaßlich missbräuchliche Rezensionen, bevor sie überhaupt von Kunden gesehen wurden. Um die Erfolge und die Prozesse dahinter zu erklären, muss der Austausch mit der Politik vertieft werden."
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