Wie der Schnitzelwirt Figlmüller expandiert

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Die Gebrüder Figlmüller

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Den großen Wiener Gastronomen geht es so gut wie lange nicht mehr - so auch den Figlmüllers. Seit 1905 steht der Name für Wiener Schnitzel. Die vierte Generation baute die Lokale zur Gastrogruppe aus.

Wer Wiener Schnitzel sagt, kommt an Figlmüller nicht vorbei. Seit 1905 wird hier paniert, mittlerweile führt mit Hans und Thomas Figlmüller die vierte Generation den Familienbetrieb. Und das Brüderpaar hat das traditionsreiche Schnitzelgeschäft auf neue Beine gestellt. „Im Prinzip haben wir auf dem System unseres Vaters aufgebaut“, erzählt Hans Figlmüller, „aber wir wollten das Modell bewusst erweitern, einfach weil man mit mehr Mitarbeiter:innen agiler ist, wenn einmal jemand ausfällt.“

Aus zwei Lokalen wurde so Schritt für Schritt eine kleine Gastrogruppe mit mittlerweile neun Betrieben. Neben den klassischen Schnitzelhäusern betreibt die Familie heute auch ein Café und ein Wirtshaus mit Fokus auf Bier mitten in der Heurigenhochburg Grinzing. Im Vorjahr kam mit „Figoletta“ zudem ein mediterran angehauchtes Konzept dazu. Und die Expansion geht weiter: Heuer folgt in der Rotenturmstraße die nächste Neueröffnung. „Eines unserer Street-Fast-Food-Konzepte wächst und wird zum kleinen Lokal. Es kommt sozusagen vom Kindergarten- ins Volksschulalter“, scherzt Hans Figlmüller. 

Insgesamt versorgt das Unternehmen rund 6.000 Gäste pro Tag, bewirtet von etwa 400 Mitarbeitenden. Über konkrete Umsatzzahlen spricht man im Hause Figlmüller ungern. „Das hat sich in der Wiener Gastroszene so eingebürgert“, meint Hans Figlmüller. Lieber erzählt er von neuen Projekten: Erstmals in der Unternehmensgeschichte wurde ein Franchise-Konzept entwickelt, um ab 2027 auch am Flughafen Wien präsent zu sein. „Dahinter steckt mehrjährige Arbeit“, betont Thomas Figlmüller. Für die Zukunft sind internationale Gäste entscheidend: Bis zu 80 Prozent der Kundschaft sind Tourist:innen und stehen schon einmal geduldig Schlange, um in einem der Figlmüller’schen Bröseltempel in der Innenstadt einen Tisch zu bekommen. Dass zumindest in den beiden Stammhäusern vergleichsweise wenige Wiener darunter sind, überrascht Hans Figlmüller nicht, denn: „Der Wiener stellt sich nicht gerne an.“

Wie es anderen Wiener Groß-Gastronomen geht, lesen Sie in der aktuellen trend-Ausgabe.

Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 20. Februar 2026 erschienen.

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