Kapsch: Turbulente Hauptversammlung erwartet

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Georg Kapsch
 © APA / dpa / Michael Kappeler

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Kleinaktionäre wollen auf morgiger Hauptversammlung der angeschlagenen Kapsch Trafficcom dem Management die Entlastung verweigern.

Für den Industriellen Georg Kapsch, seines Zeichens CEO des angeschlagenen Mautsystemanbieters Kapsch Trafficcom, war die Lage auch schon einmal komfortabler. Auf der morgigen Hauptversammlung, die nahe des Firmengeländes am Wienerberg stattfindet wird, muss er seinen Aktionären nicht nur einen Jahresverlust von 19 Millionen Euro erklären, sondern muss diesen auch einen weiteren Aufsichtsrat und eine Kapitalerhöhung schmackhaft machen. Letzteres aber dürfte nicht so einfach werden, wie der trend im Vorfeld der Hauptversammlung erfahren hat.

„Größter Kapitalvernichter"

Florian Beckermann, Vorstand des Kleinanlegervereins IVA nimmt sich jedenfalls kein Blatt vor den Mund. „Die Situation bei Kapsch Trafficcom ist aus Anlegersicht ernst. Covenant-Verletzungen, eine angespannte Finanzierung, eine äußerst schwache Profitabilität und erhebliche Abweichungen von früheren Prognosen sind alarmierende Signale“. Und: „Hier wurde in den vergangenen Jahren nicht nur finanzieller Spielraum, sondern auch Vertrauen verbraucht. Kapsch ist leider zu einem der größten Kapitalvernichter an der Wiener Börse geworden“, so Beckermann. Er will jedenfalls der geplanten Kapitalerhöhung von bis zu 20 Prozent, die einen möglichen Ausschluss des Bezugsrechts vorsieht, nicht zustimmen. „Ein Unternehmen in der Restrukturierung braucht Handlungsspielraum. Aber daraus darf keine Verwässerungsmaschine zulasten der bestehenden Streubesitzaktionäre werden“, so Beckermann.

Der IVA-Chef will dem Vorstand und dem Aufsichtsrat, an dessen Spitze die ehemalige Bildungsministerin und jetztige Geschäftsführerin der Bundestheater-Holding Sonja Hammerschmid steht, morgen jedenfalls keine Entlastung erteilen bzw. sich bei der Entlastung der Stimme enthalten. Beckermann: „Angesichts der massiven Prognoseabweichungen, der finanziellen Entwicklung und der Defizite in der Kommunikation ist eine vorbehaltlose Entlastung derzeit nicht angebracht.“

Neu in den Aufsichtsrat soll auf Wunsch der Banken Arno Haselhorst, ein bekannter deutscher Sanierer, einziehen. Erst kürzlich wurde mit Markus Richter ein Sanierungsexperte auch in den Vorstand von Kapsch Trafficcom berufen.

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