FACC: Höherer Output bei halbem Personaleinsatz

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Das jüngste Hightech-Werk der FACC AG im kroatischen Jakovlje produziert Komponenten für Flugzeuginnenräume. Die Lohnstückkosten sind 50 Prozent günstiger als in Österreich.

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Wie FACC bei der 120-Millionen-Euro-Investition in das neue Werk in Oberösterreich kalkuliert und sich der Standort trotz hoher Personal- und Energiekosten rechnen soll.

Der Innviertler Luftfahrtspezialist FACC hat 2025 einen Rekordumsatz von 984,4 Millionen Euro eingefahren und das Ebit gleich um 49,4 Prozent auf 42,3 Millionen Euro gesteigert: Gelungen ist das durch ein Effizienzprogramm namens CORE, zu dem das jüngste Werk in Kroatien erheblich beigetragen hat – mit 50 Prozent niedrigeren Lohnstückkosten.

Dass der Konzern trotzdem 120 Millionen Euro in ein neues Werk in St. Martin investieren will, überrascht. FACC-CEO Robert Machtlinger: „Eine patriotische Entscheidung war das nicht. Hätten Sie mich vor einem Jahr ­gefragt, ob ich im Innviertel investiere, die Antwort wäre Nein gewesen.“ Förderungen waren demnach kein Argument: „Da gibt es auch international viel Bereitschaft, Betriebsansiedlungen zu unterstützen.“

Der Gamechanger war letztlich, so Machtlinger, „auf größtmögliche Automatisierung und KI in der Produktion zu setzen. Dadurch steigt einerseits die Effizienz, andererseits verringert sich dadurch der Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften. Was wir hier in Österreich an Lohnkosten mehr zahlen, egalisieren wir durch Automatisierungen und Robotik, weil wir für denselben oder sogar besseren Output in St. Martin mit der Hälfte des Personals durchkommen werden, also ‚nur‘ 300 Fachkräfte brauchen statt 650.“ Auf eine Laufzeit von 30 Jahren betrachtet, gleichen sich die Lohnkosten im globalen Vergleich – etwa mit China oder Indien – zudem immer weiter an. „Für St. Martin spricht auch die Nähe zu Laboren und Forschungseinrichtungen, und wie man in diesen Wochen gerade erlebt, sind kürzere Dienst- und Transportwege, die weniger Risiken bergen, durchaus vorteilhaft“, sagt der FACC-CEO.

Kroatien ist ein wichtiger Pfeiler in der FACC-Produktion, „dort werden aber andere Komponenten produziert. Technologisch sind das zwei Welten“, so Machtlinger. Ab 2028 werden im neuen Werk in St. Martin jedenfalls Seiten- und Höhenruder für Passagierflugzeuge für die Langstrecke gebaut, teils deutlich über zehn Meter lang.

Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 3. April erschienen.

Was wir hier in Österreich an Lohnkosten mehr zahlen, egalisieren wir durch Automatisierungen und Robotik.

Robert Machtlinger
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