Fabasoft-CEO Fallmann: "Die EU treibt unser Geschäft"

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Helmut Fallmann - CEO und Co-Gründer von Fabasoft©Fabasoft/Nik Fleischmann
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Fabasoft-CEO HELMUT FALLMANN spricht über sein erfolgreiches Ökosystem, KI-Überraschungen fürs kommende Jahr, ehrliche CO2-Buchhaltung, Chatbots beim Marketingmeeting und seine Pläne für nachhaltiges Wachstum.

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Die generative KI hat in der Öffentlichkeit eingeschlagen wie ein Komet. Unternehmer pendeln zwischen technischer Überforderung, die richtigen Anwendungsfälle zu finden, und Ruhe zu bewahren im Handlungsdruck, der allseits suggeriert wird. Wie stellt sich die Lage für Sie dar?

Helmut Fallmann

Aufgeregt sind alle, aber die meisten laufen herum wie gackernde Hühner. Sie nehmen viel Geld in die Hand, erreichen aber noch nichts. Viele stecken das Geld nämlich in die falschen Piloten oder benützen die Prompts bei der generativen KI falsch. Und obwohl kein ordentlicher Output daherkommt, müssen sie trotzdem dafür bezahlen. KI ist nicht nur ChatGPT. KI ist ein ganzer Strauß an Technologien, der richtig eingesetzt werden will.

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Was empfehlen Sie Ihren Kunden?

Helmut Fallmann

Wir raten, in zwei Stoßrichtungen zu gehen: Erstens zur Automatisierung. Das funktioniert in vielen Unternehmen gut, wenn man genügend Trainingsmaterial hat, kann man in Verträgen ausreichend Semantik herauslesen und Dokumente zuordnen und so einen hohen Automatisierungsgrad in Geschäftsprozessen erreichen. Das wird uns in Teilen auch helfen, mit dem dramatischen Arbeitskräftemangel umzugehen. Die zweite Stoßrichtung ist, die sprachliche Kompetenz der generativen KI zu nutzen, denn die ist wirklich erstaunlich. Die inhaltliche Kontrolle muss aber der Mensch behalten. Die generative KI würde beim PISA-Test besser abschneiden als der europäische Durchschnitt.

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Wie halten Sie es mit der KI im eigenen Haus? Gibt es Richtlinien? Haben Sie neue Einsatzmöglichkeiten gefunden?

Helmut Fallmann

Wir haben ChatGPT bei einem Marketingmeeting als virtuellen Sparringspartner dazugenommen und konkrete Fragen gestellt. Wir haben ChatGPT zum Beispiel gefragt: Was ist der Nutzen von Co-Creation für einen Kunden? ChatGPT sind mehr Argumente eingefallen als uns.

Im Raum waren aber auch genug Fachleute, um zu beurteilen, ob der Output gut ist oder nicht. Noch stehen wir bei dieser Art von KI alle am Anfang. Dennoch empfehle ich jedem Unternehmen, zumindest einen spielerischen Einsatz durchzuführen. Der Nutzen dieses Chatbots ist klar gegeben, aber Content und Kontrolle müssen vom Menschen kommen.

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Einen kontrollierenden Rahmen hat Mitte Dezember die EU mit dem KI-Gesetz geschaffen. Das richtige Gesetz zur rechten Zeit?

Helmut Fallmann

Auf alle Fälle! Die EU hat nun als erster großer Wirtschaftsraum einen verlässlichen Rahmen für den Einsatz von KI geschaffen. Die EU muss jetzt in die Entwicklung und in die Infrastruktur investieren. Das ist auf dem Weg zu einer technologischen Souveränität erfolgsentscheidend.

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Immer neue Regulierungen schaffen konstant mehr administrativen Aufwand, der sich mit Fabasoft-Produkten digitalisieren lässt. Das kommt Ihrem Unternehmen gerade sehr entgegen.

Helmut Fallmann

Die EU treibt unser Geschäft, und dafür sind wir sehr dankbar. Als aktuelles Beispiel kann ich das Lieferkettengesetz nennen. Das nächste Thema ist der Digital Operational Resilience Act (DORA), mit dem die Cyberresilienz im Finanzsektor sichergestellt werden soll. Auch der KI-Act wird zu mehr Verwaltungsaufwand, der mit unseren Softwarelösungen bewältigt werden kann, führen.

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