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Die irische Business Post zeichnet die Vorgeschichte der geplanten PTSB-Übernahme durch die Bawag nach.
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Ursprünglich interessierten sich über ein Dutzend Parteien für die Bank, seitdem PTSB sich im Oktober 2025 selbst zum Verkauf gestellt hatte. Nach mehr als fünf Monaten in intensiven Verhandlungen reduzierte sich die Zahl der Bietenden schrittweise auf zwei: die österreichische Bank Bawag und ein Private-Equity-Konsortium mit Centerbridge und Sixth Street. Schließlich setzte sich die Bawag mit einem Angebot von 2,97 Euro je Aktie bzw. rund 1,619 Milliarden Euro in realen Zahlen durch.
Der Vorstand der PTSB leitete das Angebot an das irische Finanzministerium weiter, dem mit 57,5 Prozent der Aktien der Großteil der Bank gehört. Das Finanzministerium stimmte dem Deal zu. Daraufhin verkündeten PTSB und Bawag am Dienstag gemeinsam die vollständige Übernahme der irischen Bank.
Die Investor:innen zeigten sich unzufrieden mit dem Deal. So fiel der Aktienkurs am Dienstag um mehr als 4 Prozent. Kritik gab es auch von Denis McGoldrick, Analyst bei Goodboy: Der vereinbarte Preis zwischen Bawag und PTSB läge 18 Prozent unter dem Wert der irischen Bank. Ebenso bezeichnete der Bankanalyst John Cronin den Deal in der irischen Business Post sogar als „Deal des Jahrhunderts“ für Bawag.
75 Prozent Zustimmung von Aktionär:innen erforderlich
Für eine endgültige Entscheidung braucht es jedoch nach dem sogenannten „Scheme of Arrangement“ eine Zustimmung der Aktionär:innen von 75 Prozent. Da das Finanzministerium mit 57,5 Prozent Aktienanteil bereits zugestimmt hat, kommt es nun auf die Minderheitsaktionär:innen an, die auf einer Hauptversammlung i über die Zukunft von PTSB entscheiden. Das nächste reguläre Aktionärstreffen findet am 8. Mai in Dublin statt. Zu den Minderheitsaktionär:innen gehören zum Beispiel die Investmentfonds Goldman Sachs oder Fidelity Investments sowie private Aktionär:innen.
Auch die Zukunft der 3.000 Mitarbeiter:innen von PTSB oder für ihre 98 Filialen bleibt ungewiss. Von der Bawag heißt es, dass sie das „transaktionsorientierte“ Bankwesen zu einem mehr „beratungsorientierten“ transformieren wollen. Gewerkschaften fordern in Gesprächen mit der Geschäftsführung der PTSB Arbeitsplatzsicherheit und den Erhalt bestehender Bedingungen.