Bawag interessiert sich für irische Bank

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Bawag-CEO Anas Abuzaakouk

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Die Bawag soll laut Informationen der „Presse" rund 1,6 Milliarden Euro für die mehrheitlich staatliche irische PTSB geboten haben. Eine andere geplante Übernahme in Irland wurde ohne Deal beendet.

Am irischen Nationalfeiertag St. Patrick's Day wird in Österreich auch das Interesse der ehemaligen Gewerkschaftsbank Bawag an der mehrheitlich staatlichen irischen Bank PTSB publik. Laut Informationen der „Presse" bietet die Bawag rund 1,6 Milliarden Euro für die Bank. Eine Stellungnahme der Bawag war laut „Presse“ nicht zu erhalten.

Ein anderer Irland-Plan der Bawag, der seit Längerem lief, ist zuletzt abgeflaut. Die „Irish Times“ berichtete bereits am 12. März davon, dass sich die Bawag aus den Gesprächen um das Finanzinstitut Finance Ireland zurückgezogen habe. Laut der „Irish Times“ habe auch die PTSB 2024 versucht, Finance Ireland zu übernehmen und ist gescheitert.

Mit der möglichen Übernahme der PTSB positioniert sich die Bawag in einem laufenden Verkaufsprozess, mit dem sich der irische Staat schrittweise aus der Bank zurückziehen will. Die PTSB gehört derzeit noch zu 57 Prozent dem Staat und gilt als drittgrößte Privat- und Geschäftsbank Irlands.

Ein erster Versuch, die PTSB zu verkaufen, waren im Jahr 2025 war gescheitert, nun soll bis Ende März 2026 eine zweite Bieterrunde abgeschlossen werden. Neben der Bawag sind auch die US-Investoren Centerbridge Partners und Lone Star im Rennen.

Bawag-CEO Anas Abuzaakouk treibt seit Jahren den Umbau der ehemaligen Gewerkschaftsbank zu einer paneuropäischen Bankengruppe mit US-Anbindung voran.

Was die PTSB macht

Die PTSB ist ein Relikt der Finanzkrise 2008/09, als Irlands Bankensystem nur durch massive Staatshilfen stabilisiert werden konnte. Die heutige Bank entstand aus der Zerschlagung der damaligen Irish Life and Permanent.

Der Staat musste damals Milliarden zuschießen; allein 2011 belief sich der Kapitalbedarf auf rund vier Milliarden Euro. Der profitable Versicherungsteil wurde verkauft, der Rest verstaatlicht und zur heutigen PTSB umgebaut.

Heute betreibt die Bank mehr als 70 Filialen und fokussiert sich stark auf das Privatkundengeschäft – von Girokonten über Hypotheken bis hin zu Konsumkrediten und Versicherungen. Im ersten Halbjahr 2025 erzielte sie einen Nettozinsertrag von 589 Millionen Euro sowie ein bereinigtes Ebit von 149 Millionen Euro.

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