
Aldi Süd investiert rund eine Milliarde Euro in Großbritannien. Davon sollte auch der Holdingsitz in Salzburg profitieren.
von
Aldi will im kommenden Jahr rund eine Milliarde Euro in sein Geschäft in Großbritannien stecken. Das Geld solle unter anderem in 40 neue Filialen und das Vertriebsnetz fließen, teilte der britische Ableger von Aldi Süd am Montag mit. Das internationale Geschäft von Aldi Süd wird hauptsächlich von der Aldi Süd Holding aus Salzburg gesteuert.
Der deutsche Diskonter erhofft sich durch die Investition, seinen Anteil auf dem hart umkämpften britischen Lebensmittelmarkt ausbauen. Allein in den kommenden zehn Wochen sollen 30 weitere Läden zu den schon bestehenden 1092 dazukommen. Langfristig peilt Aldi 1.500 Standorte an. Sowohl Aldi als auch der deutsche Mitbewerber Lidl sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Großbritannien massiv gewachsen und haben damit die britischen Ketten unter Druck gesetzt.
2025 stagnierte der Betriebsgewinn von Aldi UK bei umgerechnet 380 Mio. Euro, was einer Marge von 2,3 Prozent entspricht. Der Umsatz, inklusive Irland, stieg um fünf Prozent auf 19 Mrd. Pfund, das entspricht in etwas 22 Mrd. Euro. Das Unternehmen begründete die schleppende Gewinnentwicklung mit Investitionen in Preise, Infrastruktur und Löhne.
Aldi ist nach Tesco, Sainsbury's und Asda der viertgrößte Lebensmittelhändler in Großbritannien. Analysten zufolge hat sich das Unternehmen jedoch zuletzt schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt. In den zwölf Wochen bis zum 6. September stiegen die Umsätze um 0,7 Prozent. Der Marktanteil sank um 0,2 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent, während Lidl im gleichen Zeitraum ein Umsatzplus von acht Prozent verzeichnete.
Aldi UK hat in diesem Jahr nach eigenen Angaben bisher fast 400 Millionen Euro in Preissenkungen gesteckt. Die Lebensmittelkosten seien weiterhin eine der größten Belastungen für britische Haushalte, erklärte Aldi-UK-Chef Giles Hurley. "Die jüngsten Dürren im Inland und Ereignisse in Übersee haben gezeigt, wie anfällig unser Lebensmittelsystem ist und warum die Ernährungssicherheit eine langfristige nationale Priorität sein muss", sagte er.