Kein Sommerscherz: Direktzug von Prag ins Mölltal geplant

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Umtriebiger Zugchef: Radim Jančura ist seit 2009 als privater Zugunternehmer auf Schiene und will 2027 eine Verbindung von Prag ins Mölltal erschließen.

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Das private tschechische Bahnunternehmen Regiojet prüft eine direkte Verbindung von Prag ins Kärntner Mölltal. Tourismusvertreter sehen darin großes Potenzial für die Region.

Das strukturschwache Mölltal in Oberkärnten könnte ab Dezember 2027 eine direkte Zugverbindung in die tschechische Hauptstadt Prag bekommen. Das ist der Plan des privaten Eisenbahnunternehmens Regiojet mit Sitz in Brünn, wie der ORF Kärnten am Donnerstag berichtet. Da der Bahnbetreiber auch das bekannte Heiligenbluter Hotel Wallackhaus besitzt und betreibt, sind die Hoffnungen bei den heimischen Touristikern groß. Mallnitz hat einen Intercity-Bahnhof.

Möglich macht die etwaige Verbindung die Liberalisierung der Eisenbahnen in Europa. Der Regiojet des Eigentümers Radim Jančura fährt beispielsweise bereits von Wien nach Prag. Geht es nach den neuesten Plänen des Eisenbahnunternehmens, dann könnte mit der Fahrplanumstellung am 12. Dezember 2027 auch die Verbindung von Prag bis Mallnitz/Obervellach gefahren werden.

Pressesprecher Lukáš Kubát bestätigte laut ORF Kärnten, dass sein Unternehmen einen Antrag bei der Österreichischen Behörde gestellt hat: „Wir werden in den nächsten Monaten das Potenzial, die erwartete Nachfrage, die Umsetzbarkeit und die Verfügbarkeit von Strecken prüfen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine endgültige Entscheidung zur tatsächlichen Umsetzung der Verbindung.“ Geplant wäre ein Nachtzug über Salzburg, nicht über die neue weitere Koralmstrecke im Osten.

Tschechische Gäste sind bereits da

Für den lokalen Tourismus wäre die neue Verbindung fraglos eine große Chance: Paula Müllmann, Chefin der Tourismusregion Hohe Tauern, sagte dem ORF: „Ich sehe darin ein großes Potenzial und eine große Chance. Ich hoffe, es wird tatsächlich umgesetzt.“ Tschechien ist für das Mölltal ein wichtiger Herkunftsmarkt. Tschechen machen mit etwa 13 Prozent im Winter die viertgrößte Gästegruppe aus. Für den Mölltaler Gletscher gilt sogar eine tschechische Saisonkarte: „Die Tatry Mountains Gruppe, die ja den Gletscher auch betreibt, hat Skigebiete in Polen, Tschechien und in der Slowakei. Und diese Saisonkarte gilt dann auch für den Mölltaler Gletscher“, so Müllmann.

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