
Contra zur Senkung der Lohnnebenkosten. Ein Gastkommentar von Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer.
„Mehr Netto vom Brutto“, „Entlastung für die arbeitenden Menschen“, „mehr Geld im Börsel“ – in diese Argumente wird seit Wochen eine Kürzung der Lohnnebenkosten als wunderbares Geschenk für die Beschäftigten verpackt.
Befreit man das Paket allerdings von dieser blumigen Verpackung, stellt sich schnell heraus: Das ist ein unheilbringendes Danaergeschenk.
Tatsächlich ist an den Lohnnebenkosten gar nichts nebensächlich, geht es doch um Sozialstaatsbeiträge, die alle Menschen bei Krankheit, Unfall und im Alter absichern, Familien unterstützen und wichtige Leistungen der Kommunen mitfinanzieren. Es ist eine Irreführung, bei der Kürzung der Sozialstaatsbeiträge von einer Entlastung der Beschäftigten zu sprechen.
Viele neue Studien zeigen, dass geringere Arbeitgeberbeiträge keineswegs den Beschäftigten zugutekommen, sondern nur die Gewinne der Unternehmen erhöhen.
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