Kanzlerkandidaten auf Bewährung [Politik Backstage]

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IM GLEICHEN BOOT. Die Spitzenkandidaten Andreas Babler (l.) und Karl Nehammer gelten in ihren Parteien für viele bereits als angeschlagen.©APA/AFP TRIBOUILLARD
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Bei Rot und Türkis mehren sich die Stimmen: Schon nach einem FPÖ-Kantersieg bei der EU-Wahl im Juni könnten Andreas Babler und Karl Nehammer als Frontrunner wackeln.

Ohne großes öffentliches Aufsehen geht seit ein paar Monaten am Vorabend jeder Nationalrats-Plenumswoche ein geselliges Beisammensein der Volksvertreter über die Bühne. Auch für den Abend vor dem Start der dieswöchigen Marathonsitzungswoche zur Verabschiedung des letzten Budgets von Türkis-Grün fanden jüngst die Parlamentsabgeordneten eine Einladung in ihren E-Mail-Postfächern. Das „Komitee der Österreichischen Parlamentarischen Gesellschaft“ (ÖPG) hatte für diesen Montagabend einmal mehr ins noble Palais Epstein, linker Hand des frisch renovierten Parlamentsgebäudes am Wiener Dr.-Karl-Renner-Ring, geladen.

„Parlamentarische Abende finden ab 17.30 Uhr des Vorabends des ersten Plenartages des National- und Bundesrats zum überfraktionellen Austausch statt“, heißt es darin zur Erklärung des erst kürzlich aus der Taufe gehobenen Events. Unterzeichnet ist die persönliche Einladung von je zwei Klub-Funktionären aller fünf Parlamentsparteien. Zaungäste sind nicht erwünscht: „Diese Einladung ist persönlich an Sie als Mandatar:in gerichtet und nicht übertragbar.“

Das gesellige Beisammensein wurde erst vor dem Sommer auf Anregung der drei Präsident:innen und Klubobleute im Rahmen der überparteilichen ÖPG ins Leben gerufen. Es soll, wenn es nach dem Willen der Erfinder geht, das polarisierte Klima zwischen den Fraktionen verbessern und generell den zunehmenden Tunnelblick im politischen Alltag aufhellen.

Das lockere Beisammensein bei Speisen und Getränken erfreut sich nicht nur bei Abgeordneten aus den Bundesländern großer Beliebtheit, die meist am Vorabend von Plenarsitzungen nach Wien anreisen. Mitte Oktober wurde erstmals auch der neue SPÖ-Chef, Bundesrat und Klubvorsitzende aller roten Abgeordneten am Eröffnungsabend der Plenumstage rund um die vorläufig letzte Budgetrede von Finanzminister Magnus Brunner im Palais Epstein gesichtet. Die anwesenden anderen Spitzenfunktionäre, vom geselligen türkisen August Wöginger bis zum roten Kärntner Kumpeltyp Philip Kucher, schüttelten quer durch die Fraktionen Hände.

Regierungs- und Oppositionsmandatare mischten sich zum lockerem Beisammensein. Andreas Babler marschierte ohne Hallo und Händeschütteln ins Palais Epstein ein und zog sich schnurstracks mit seinen engsten Vertrauten aus der roten Klubspitze in eine Ecke zurück.

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