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"Diese Prognosen vermitteln uns ein umfassenderes mittelfristiges Bild – nicht nur hinsichtlich der Inflationsaussichten, sondern auch im Hinblick darauf, wie die Inflation auf unsere geldpolitischen Maßnahmen reagieren wird", fügte die Französin hinzu. Dies helfe der Europäischen Zentralbank (EZB) dabei, die Geldpolitik so auszurichten, dass sie dem spannungsgeladenen geopolitischen Umfeld besser gerecht werden könne.
Die EZB könne ihre Prognosen fortlaufend mit den eingehenden Daten abgleichen, um zu überprüfen, ob sie weiterhin zutreffend seien: "So vermeiden wir es, uns auf veraltete Prognosen zu stützen." Dieser Rahmen sei für die jüngste geldpolitische Entscheidung von zentraler Bedeutung gewesen. "Manche haben die Zinserhöhung von Anfang dieses Monats als Absicherungsmaßnahme bezeichnet. Diese Beschreibung trifft jedoch nicht zu", sagte Lagarde.
Die Analyse habe ergeben, dass die Inflation bei unveränderten Zinssätzen auch in den Jahren 2027 und 2028 über der von der Notenbank angestrebten Marke von zwei Prozent gelegen hätte. Die Zinsentscheidung basierte demnach auf der aktuellen Lagebeurteilung: "Dass wir sie in einem Umfeld erheblicher Unsicherheit voller Überzeugung treffen konnten, ist das Ergebnis jahrelanger Investitionen in unsere Daten, Indikatoren und Prognosen", sagte Lagarde.
Im Spannungsfeld von Inflationsgefahr und Konjunkturrisiken hatte die EZB am 11. Juni erstmals seit fast drei Jahren eine Leitzinserhöhung gewagt und den Schlüsselsatz von 2,0 auf 2,25 Prozent angehoben. Die Notenbank der Euro-Zone dürfte aus Sicht der deutschen EZB-Direktorin Isabel Schnabel die Zinszügel noch weiter anziehen. "Um die Inflation mittelfristig wieder auf unseren Zielwert von zwei Prozent zurückzubringen, werden wir aus heutiger Sicht die Zinsen weiter anheben müssen", sagte sie jüngst in einem "Zeit"-Interview.