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Die deutsche Baubranche reagierte verhalten und setzt weiter auf Anreize der Regierung. Es sei positiv, wenn die Baugenehmigungszahlen nicht zurückgingen, sagte Präsident Dirk Salewski vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW). "Ehrlicherweise gibt es aber keinen Grund zu jubeln - genehmigt ist nicht gebaut." Es gebe immer noch zu wenig Fertigstellungen.
"Genehmigt ist nicht gebaut"
Auch der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) betonte, die Genehmigungszahlen reichten bei weitem nicht aus. "Vor allem in den Großstädten, wo am dringendsten Wohnungen gebraucht werden, kommt der Neubau nicht voran", sagte ZDB- Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. "Die hohen Finanzierungskosten verunsichern immer mehr Investoren und Bauwillige und so verfallen Baugenehmigungen, anstatt dass sie in Baufertigstellungen münden." 2025 seien 35.700 Baugenehmigungen verfallen - und damit so viele Projekte gescheitert wie seit 2002 nicht mehr.
Pakleppa appellierte an die Bundesregierung, Wohnungsbau zur Chefsache zu machen. Auch der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) forderte mehr Unterstützung für die Branche. "Nur mit einem klaren Bekenntnis zu investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen können wir den Wohnungsmangel in Deutschland nachhaltig überwinden", sagte ZIA-Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan.
Steigende Kosten
Die Zahl der Genehmigungen ist ein wichtiger Frühindikator für das künftige Baugeschehen. Die krisengeplagte Sparte hatte 2025 die Trendwende geschafft: Nach drei Minus-Jahren in Folge stieg die Zahl der Baugenehmigungen erstmals wieder. Höhere Zinsen und Materialkosten hatten in den drei Vorjahren viele Bauherren abgeschreckt.
Die Bauwirtschaft hat es dennoch weiter nicht leicht: Sie spürt die negativen Auswirkungen des Iran-Konflikts - vor allem höhere Materialkosten und die Zurückhaltung von Investoren und privaten Bauherren. So hat sich die Stimmung im deutschen Wohnungsbau laut dem Münchner Ifo-Institut im Mai weiter eingetrübt. Der Wohnungsbau verharrt demnach in einer Phase der Unsicherheit. Viele Unternehmen rechneten derzeit nicht mit einer spürbaren Belebung des Marktes.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/THEMENBILD/ROLAND SCHLAGER