Wiener Börse schließt tiefer, ATX verliert 1,20 Prozent

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Nach starken Vortagesgewinnen von 1,77 % beim heimischen Leitindex
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Der Wiener Aktienmarkt hat sich am Mittwoch klar tiefer aus dem Handel verabschiedet. Der ATX schloss mit minus 1,20 Prozent auf 6.386,81 Punkte, nachdem der heimische Leitindex am Vortag noch starke 1,77 Prozent gewonnen hatte. An den europäischen Leitbörsen gab es zur Wochenmitte überwiegend Kursrückgänge zu verbuchen.

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Nach den deutlichen Vortagesgewinnen agierten die internationalen Anleger zurückhaltend. Im Verlauf standen publizierte Preisdaten aus dem Euroraum im Fokus, die besser als erwartet ausfielen, konnten die Stimmung der Investoren aber nicht heben. Die Inflation in der Eurozone hat sich deutlicher als erwartet abgeschwächt. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Juni nur noch um durchschnittlich 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Experten hatten nur mit einem Rückgang auf 3,0 Prozent gerechnet. Im Mai war die Inflationsrate im Zuge des vom Iran-Krieg ausgelösten Energiepreisschocks auf 3,2 Prozent geklettert. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Jahresteuerung von zwei Prozent an.

Auf Unternehmensebene rückte am heimischen Aktienmarkt Agrana mit vorgelegten Geschäftszahlen in den Fokus. Der Wiener Zuckerkonzern hat im 1. Quartal 2026/2027 im Jahresvergleich weniger Umsatz eingefahren, aber die Ergebniszahlen verbessert. Der Umsatz gab nach vorläufigen Zahlen von 880,2 auf 855,3 Mio. Euro nach, das operative Ergebnis hingegen erhöhte sich von 25,7 auf 33,2 Mio. Euro. Die Agrana-Titel legten 0,4 Prozent zu.

Die Hauptaktionäre der AT&S AG wollen Gewinne aus dem satten Kursanstieg von 1.135 Prozent auf Jahressicht realisieren. Die privaten Stiftungen Androsch und Dörflinger boten am Dienstag über Bank of America Securities insgesamt 567.000 Aktien an, berichtete Bloomberg. Der Anteil wird auf Basis des Schlusskurses von 211 Euro am Dienstag auf rund 120 Millionen Euro geschätzt. Die Analysten der Erste Group werten den Anteilsverkauf als fundamental neutral, aber mit einem leicht negativen Beigeschmack. Die AT&S-Titel fielen um 7,7 Prozent, nachdem sie am Vortag noch um fast zehn Prozent hochgesprungen waren.

Mehrheitlich abwärts ging es mit den Aktien der schwergewichteten Banken. Erste Group kamen um 1,3 Prozent zurück. Die Aktionäre der Raiffeisen Bank International mussten ein Minus in Höhe von 2,1 Prozent verbuchen. Die Titel der BAWAG legten hingegen 0,9 Prozent zu.

Klar im Plus zeigte sich die FACC-Aktie mit einem Zuwachs in Höhe von 3,7 Prozent. Die Andritz-Anteilsscheine schwächten sich um 3,6 Prozent ab.

Die OMV hat in ihren Raffinerien in Schwechat und Burghausen die Produktion von Diesel zugunsten von Kerosin gedrosselt. Die Preise für Flugbenzin waren nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran extrem gestiegen. Bei Diesel war in Österreich zudem in die Raffineriemargen eingegriffen worden, was es für den teilstaatlichen Öl- und Gaskonzern lukrativer machte, den Kerosin-Anteil hochzuschrauben. "Das geht aber nicht beliebig", sagte OMV-Chef Alfred Stern am Mittwoch. Die OMV-Titel schlossen mit minus 0,5 Prozent.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER

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