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Für den ATX Prime ging es um 1,30 Prozent auf 2.985,88 Zähler hinauf. Das europäische Umfeld tendierte ebenfalls höher.
Die EZB hob angesichts des energiepreisbedingten Inflationsschubs ihre geldpolitischen Schlüsselzinssätze an. Der Einlagenzins wurde um 25 Basispunkte auf 2,25 Prozent erhöht. Im begleitenden Statement betonten die Notenbanker sowohl Aufwärtsrisiken für die Inflation als auch Abwärtsrisiken für die Konjunktur. Folglich passte die Notenbank auch ihre Inflationsprognosen nach oben und Wachstumsprognosen nach unten an.
Mark Wall, Ökonom bei der Deutschen Bank, erwartet nach einer weiteren Zinserhöhung im September keinen Straffungszyklus. Die EZB signalisiere aber, dass eine "Look-through"-Strategie, also ein Hinwegsehen über den Energiepreisschock, keine tragfähige Antwort darstelle.
Die jüngsten Entwicklungen am Persischen Golf brachten nur einen moderaten Anstieg der Ölpreise mit sich und belasteten die Aktienkurse daher kaum. Die USA und der Iran beschossen sich in der zweiten Nacht in Folge heftig gegenseitig - womit sich der Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt.
Den ATX-Spitzenplatz eroberten die Titel der Do&Co, die nach Zahlen um 7,2 Prozent anzogen. Sie berappelten sich so nach den jüngsten Abschlägen. Der Caterer meldete für das Geschäftsjahr 2025/26 Umsatz- und Gewinnanstiege und übertraf zudem die Konsensschätzungen. Analystin Vladimira Urbankova von der Erste Group verwies auf eine weiterhin starke Nachfrage in allen Geschäftsbereichen. Während die Krise im Nahen Osten die Planungssicherheit voraussichtlich beeinträchtigen werde, erhalte das Segment "International Event Catering" Rückenwind durch das Catering bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026.
Ansonsten erholten sich viele ATX-Aktien wieder von den zur Wochenmitte erlittenen Kursverlusten. Erste Group und RBI stiegen um jeweils zwei Prozent. voestalpine legten um 2,1 Prozent zu. AT&S verteuerten sich nach endgültigen Zahlen wieder um gut 3,4 Prozent.
Außerhalb des Leitindex büßten Kapsch TrafficCom 0,8 Prozent ein. Der Mautausrüster erwartet nach einer deutlichen Abschmelzung der Umsatz- und Ergebnisprognose im Februar nun laut vorläufigem Ergebnis im Geschäftsjahr 2025/26 doch etwas stärkere Zahlen als zuletzt prognostiziert. Auf der positiven Seite scheine sich das Geschäft im März belebt zu haben, kommentierte Erste-Analyst Daniel Lion. Der nun verzögerte Geschäftsbericht hinterlasse jedoch einen negativen Beigeschmack.