Wiener Börse erholt sich, ATX gewinnt 1,2 Prozent

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Banken und AT&S gesucht, OMV trotz gutem Zwischenbericht im Minus
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Der Wiener Aktienmarkt hat sich Donnerstag teilweise von seinen Vortagesverlusten erholt. Der ATX hielt am Nachmittag zuletzt mit einem Plus von 1,17 Prozent bei 6.451,21 Punkten. Auch an den meisten anderen Börsen in Europa ging es nach den jüngsten Verlusten wieder etwas nach oben. Noch am Vortag hatten die Märkte nach einer Eskalation im Iran-Konflikt und den dadurch ausgelösten Ölpreisanstiegen deutlich nachgegeben.

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Angetrieben wurde der ATX vor allem von den Gewinnen der Bankschwergewichte. Erste Group legten 3,5 Prozent zu. RBI-Aktien gewannen zuletzt 2,3 Prozent. Stark gesucht waren auch die Aktien des Leiterplattenherstellers AT&S und lagen mit einem Plus von 4,7 Prozent an der ATX-Spitze. Europaweit zählten Halbleiterwerte zu den größeren Gewinnern. Die Aktien der Branche profitierten von der Erholung der stark vom KI-Boom abhängigen Börse in Südkorea.

OMV-Aktien lagen trotz eines gut aufgenommenen Zwischenberichts zum Quartal knappe 0,1 Prozent im Minus. Der Öl-, Gas- und Chemiekonzern hat im abgelaufenen zweiten Quartal 2026 von deutlich gestiegenen Rohstoffpreisen profitiert. Wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Trading Statement hervorgeht, ist die Gesamtproduktion an Kohlenwasserstoffen leicht gestiegen. Der Konzern rechnet in fast allen Sparten mit einem höheren operativen Ergebnis als im Vorquartal.

Die Analysten der Erste Group und der RBC Capital Markets schrieben in ersten Reaktionen unisono von einem starken Zwischenbericht und werteten die Nachricht positiv. Die Experten von Barclays haben ihre Prognose für das operative Ergebnis der OMV-Gruppe im zweiten Quartal in Reaktion auf den Bericht auf 1,7 Mrd. Euro angehoben.

Agrana-Aktien gewannen nach Vorlage von Quartalszahlen 0,4 Prozent. Nach Verlusten im Vorjahr kehrte der Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern Agrana im ersten Quartal 2026/27 wieder in die Gewinnzone zurück. Das Konzernergebnis verbesserte sich aufgrund von Restrukturierungsmaßnahmen von minus 7,9 auf plus 19,3 Mio. Euro. Ergebnisse meldete am Donnerstag auch die deutsche Agrana-Miteigentümerin Südzucker. Die Aktien von Südzucker notierten an der Frankfurter Börse zuletzt mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent.

Nach Einschätzung der Erste-Analysten waren die Agrana-Zahlen weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallen. Der Konzern habe zwar einen Gewinnsprung verbucht, angesichts der Unsicherheiten auf für die Agrana wichtigen Märkten bleiben die Experten vorerst bei ihrer Anlageempfehlung "hold".

Aufmerksam verfolgt werden an den Märkten nun weiter alle Entwicklungen rund um den Iran-Konflikt. Die Signale bleiben zwiespältig: Einerseits gab es erneute gegenseitige Angriffe, andererseits will der Iran laut US-Präsident Donald Trump aber weiter ein Rahmenabkommen mit den USA.

Impulse für die Börsen könnten auch die am Nachmittag anstehenden US-Daten bringen. Erwartet werden die wöchentlichen Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe sowie Zahlen zu den Verkäufen bestehender Häuser. Die Daten zu den Eigenheimverkäufen und hier insbesondere die Preisentwicklung könnten Rückschlüsse auf die Konsumneigung der US-Verbraucher liefern, schreiben die Analysten der Helaba.

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/ROLAND SCHLAGER/ROLAND SCHLAGER

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