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Die Freude über das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, das nach der Unterzeichnung am Freitag zu einem Frieden führen soll, ist etwas verflogen. Man wartet leicht zuversichtlich ab, meinen Analysten. Laut US-Präsident Donald Trump gehen die Verhandlungen mit dem Iran in eine zweite Phase. Diese Phase werde laut Trump einfacher. Die USA würden jedoch kein Geld im Iran investieren, sagt Trump am Rande des G7-Gipfels in Frankreich vor Journalisten. Der iranische Außenminister Abbas Araqchi sprach bei einer Pressekonferenz in Teheran von einer neuen Verhandlungsrunde ab Freitag. "Das Abkommen muss erst noch unterzeichnet werden und die wichtigsten und kritischsten Themen darin müssen ebenso erst gelöst werden", merken die Experten der Helaba an.
Ähnlich sah das Wifo-Chef Gabriel Felbermayr im Ö1-"Mittagsjournal". Ob das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran tatsächlich hält, müsse sich erst zeigen. Aber "wenn nicht am Freitag eine Enttäuschung kommt, sind das Dinge, die uns konjunkturell und bei der Inflationsbekämpfung sehr helfen würden." Sehr rasch sollte man den Effekt aber nicht erwarten, so Felbermayr.
Bei Anlegern rückt der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Mittwoch in den Fokus, gefolgt vom großen Verfall an den Terminbörsen am Freitag. "Die Notenbanker rund um den neuen Fed-Chef (Kevin) Warsh werden sich wohl in Zurückhaltung üben und damit den Markterwartungen entsprechen", kommentierten die Helaba-Experten. Die Erwartung zeitnah steigender Zinsen habe sich mit den sinkenden Ölpreisen der letzten Tage zurückgebildet.
In Österreich zog einmal mehr der steirische Leiterplattenhersteller die Blicke auf sich. Nachdem AT&S gestern um rund 36 Prozent abhoben, kamen sie heute um 6,67 Prozent auf 196,00 Euro zurück und waren damit Schlusslicht im ATX. Deutsche Bank Research hat für die Steirer, die am Wochenende eine umfangreiche Kapazitätserweiterung bei High-End-IC-Substraten für KI- und HPC-Anwendungen bekanntgegeben haben, heute das Kursziel deutlich von 120 auf 310 Euro nach oben gesetzt. Die Kaufempfehlung "Buy" wurde beibehalten.
Gut aufwärts ging es bisher für die im ATX schwer gewichteten Bankenwerte. Erste Group, Raiffeisen Bank International und BAWAG gewannen zwischen 1,7 und 1,9 Prozent. Trotz sinkender Ölpreis baute OMV 0,5 Prozent auf. Topwert im ATX Prime waren Vienna Insurance Group, die 3,6 Prozent hochzogen.
voestalpine büßten 0,4 Prozent ein. Die voestalpine Railway Systems hat für das europäische Infrastrukturprojekt Rail Baltica ihren nach eigenen Angaben bisher größten Einzelauftrag erhalten. Der Rahmenvertrag über rund 470 Mio. Euro umfasst die Lieferung von bis zu 1.000 Hochgeschwindigkeits- und Normalgeschwindigkeitsweichen inklusive Überwachungstechnologie für die künftige Hochleistungsbahnstrecke zwischen Helsinki und Warschau, wie der börsennotierte Stahlkonzern voestalpine am Dienstag mitteilte.