US-Notenbank hält Leitzins voraussichtlich erneut stabil

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Von Warsh werden keine klaren Signale erwartet
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Auf der zweiten Zinssitzung der US-Notenbank Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wird am Mittwoch erneut keine Änderung beim Leitzins erwartet. Ökonomen rechnen überwiegend damit, dass die US-Notenbanker den Leitzins zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent halten werden. Zuletzt hatte die Fed im Dezember den Leitzins angehoben.

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Die Diskussion über eine mögliche Leitzinserhöhung hat zuletzt wieder zugenommen. Der Iran-Krieg sorgt weiter für große Verunsicherung. Die Ölpreise waren zeitweise wieder deutlich gestiegen, auch wenn sich die Lage zuletzt wieder entspannte. Eine längerfristige Prognose ist kaum möglich. Die Ölpreise wirken sich auf die Inflation aus.

Fast alle von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Volkswirte gehen von einem unveränderten Leitzins aus. Die jüngste Inflationsentwicklung dürfte laut Dekabank gegen eine Leitzinserhöhung sprechen. Im Juni war die Inflationsrate stärker gesunken als erwartet. Sie fiel auf 3,5 Prozent. Auch die Kerninflationsrate, bei der schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, ging auf 2,6 Prozent zurück. Die Fed strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

"Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das Zwei-Prozent-Ziel in Sichtweite kommt", erwartet Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner. Aber auch er rechnet damit, dass die Fed zunächst einmal abwarten wird. "Die Fed wird sich erst einmal mehr Klarheit über die Inflationstrends verschaffen wollen, ehe sie ernsthaft eine Zinserhöhung in Erwägung zieht." Es sei jedoch denkbar, dass die Entscheidung nicht einstimmig fällt. Weidensteiner verweist auf die Präsidentin der regionalen Notenbank von Dallas, Lorie Logan, die sich für eine moderate Zinsanhebung ausgesprochen hatte.

"Spannend bleibt jedoch, wie es mit der US-Geldpolitik bis Jahresende weitergeht", kommentierte Felix Schmidt, leitender Volkswirt bei Berenberg. Schmidt erwartet aber keine klaren Signale von Warsh. "Es gehört schließlich zu seinem neuen Führungsstil, den Finanzmärkten im Voraus keine Signale oder konkrete Versprechen über zukünftige Zinsentscheidungen zu geben." Neue Projektionen werden auf der Sitzung nicht veröffentlicht.

Angesichts der sehr unsicheren Lage im Nahen Osten und mit Blick auf die Ölpreisentwicklung wird an den Finanzmärkten eine Leitzinserhöhung überwiegend im September erwartet. Warsh hatte Mitte Juli bei einer Anhörung vor dem US-Kongress ein Ende hoher Inflationsraten versprochen. Die Fed habe "keine Toleranz" für hohe Inflationsraten. Vor seiner Ernennung gab es die Befürchtung, dass er dem Druck von US-Präsident Donald Trump nachgeben könnte, der immer wieder Leitzinssenkungen von der Fed gefordert hatte. Warsh verteidigte ausdrücklich die Unabhängigkeit der Fed.

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