Umfrage: Deutsche Wirtschaft schneidet im Juni schlecht ab

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Deutsche Industrie hält sich vergleichsweise gut
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Die deutsche Wirtschaft hat einer Umfrage zufolge im Juni so schlecht abgeschnitten wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel um 0,8 Zähler auf 48,0 Punkte. Das Barometer rutschte damit auf den niedrigsten Wert seit Dezember 2024 ab, wie der Finanzdienstleister S&P Global am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter Hunderten Unternehmen mitteilte.

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Das Barometer signalisiert damit ein leichtes Schrumpfen der deutschen Wirtschaft. Ein Wachstum wird erst ab 50 Punkten angezeigt. "Die schlechte Nachricht ist, dass die Geschäftstätigkeit den dritten Monat in Folge und stärker zurückgegangen ist als in den beiden Vormonaten", sagte S&P-Global-Ökonom Phil Smith. "Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft im zweiten Quartal 2026 wieder in den rezessiven Bereich gerutscht ist." Im ersten Vierteljahr hatte es noch zu einem Wachstum von 0,3 Prozent gereicht.

Besonders schlecht läuft es bei den Dienstleistern: Hier rutschte das Barometer im Juni um 1,3 Zähler auf 46,8 Punkte ab - den schwächsten Wert seit gut dreieinhalb Jahren. "Der Servicesektor belastet die Wirtschaft weiter erheblich", sagte Smith. "Hier haben sich die Rückgänge bei Geschäftstätigkeit und Auftragseingängen im Juni gleichermaßen beschleunigt."

Die Industrie hält sich vergleichsweise gut: Hier gab der Einkaufsmanagerindex nur um 0,1 Zähler auf 50,0 Punkte nach, den niedrigsten Wert seit fünf Monaten. Die Produktion zog dagegen leicht an. Auch wurden mehr Aufträge gemeldet, auch mehr Bestellungen aus dem Ausland.

"Angesichts des im bisherigen Jahresverlauf größtenteils gleichbleibenden Tempos des Stellenabbaus sind bisher noch keine spürbaren Auswirkungen des Nahost-Krieges auf den deutschen Arbeitsmarkt zu beobachten", sagte Smith. "Allerdings geht von einem anhaltenden Beschäftigungsrückgang sehr wohl weiterer Gegenwind für die Nachfrage im eher binnenorientierten Dienstleistungssektor aus."

Eine gute Nachricht sei, dass der Inflationsdruck nachgelassen habe, so S&P Global. So seien die Einkaufspreise der Unternehmen so langsam gestiegen wie seit kurz vor Ausbruch des Nahost-Krieges vor rund vier Monaten nicht mehr. Allerdings sei der Anstieg im historischen Vergleich noch immer stark.

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