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Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet. Allerdings konnte das Tempo vom Jahresauftakt nicht gehalten werden: Im ersten Quartal hatte es noch zu einem Wachstum von 1,8 Prozent gereicht.
Wachstumstreiber waren im Frühjahr die Exporte. Diese stiegen um 1,4 Prozent. Dafür sorgte vor allem die steigende Nachfrage nach Halbleitern, Maschinen und Ausrüstung. Südkorea hat mit dem Speicherchip-Hersteller SK Hynix, dem Branchenriesen Samsung Electronics und dem Chipausrüster Hanmi Semiconductor gefragte Unternehmen, die wichtige Ausrüstung für den Bau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz liefern. Die privaten Konsumausgaben legten um 0,4 Prozent zu, während die Bauinvestitionen um 0,2 Prozent schrumpften.
Die Zentralbank hatte erst im Mai ihre Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 2,6 Prozent angehoben. Nun hält sie ein größeres Plus für möglich. "Sollte das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte im Schnitt bei mehr als minus 0,1 Prozent liegen, könnten wir im Gesamtjahr ein Wachstum von 3 Prozent sehen", sagte ein Notenbankvertreter auf einer Pressekonferenz. Im Frühjahr zog das Bruttoinlandsprodukt um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an.
Angesichts des robusten Wachstums und der hohen Inflation könnte die Notenbank ihre Zinsen anheben. Zuletzt stiegen die Verbraucherpreise so stark wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Die meisten Experten rechnen deshalb bis Jahresende mit mindestens einer Zinserhöhung auf 3 Prozent.