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Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe gegen die Organisation und der damit einhergehenden Umstrukturierung nahm man auch die finanziellen Mittel unter die Lupe, schilderte Aufsichtsratsvorsitzender Friedrich Santner. Für das Jahr 2026 gingen die Verantwortlichen im Vorjahresvergleich von einem Spendenrückgang in Höhe von rund 20 Prozent aus, 2025 waren es 17 Prozent. "Unabhängig davon war es aber notwendig, dass man die Organisation strafft", hielt Santner fest. "Ineffizienzen und Doppelgleisigkeiten" seien nämlich zutage gekommen.
Von den Kündigungen waren 15 Mitarbeitende in Innsbruck, zwölf in Wien und eine Person in Graz betroffen, für Härtefälle gebe es "Abfederungsmaßnahmen und Unterstützungsleistungen", sagte Porcham. Damit verbleiben in der Organisation 2.296 Mitarbeitende. Auch wenn es sich nun für die Betroffenen um einen "schmerzlichen Schritt" handle, hielt Santner diesen für die Organisation insgesamt für "vertretbar und überschaubar". Er merkte an, dass auch die Geschäftsführung von drei Personen auf nunmehr zwei verkleinert wurde.
Angesichts der Mindereinnahmen bei den Spenden werde es auch bei den Angeboten in den Bundesländern "Veränderungen geben müssen", kündigte Porcham an. Diese würden aber erst mit den Standortleitungen und den jeweiligen Landesregierungen erarbeitet. Möglicherweise werden Angebote zusammengelegt, aber "kein Kind wird die Betreuung verlassen", versprach sie. Co-Geschäftsführer Wolfram Brugger verwies auch auf laufende "gesellschaftliche Veränderungen" und damit veränderte "Ansprüche" an die Kinder- und Jugendhilfe.
Nachdem im Herbst des Vorjahres Vorwürfe rund um Missstände in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf sowie Missbrauchsvorwürfe unter anderem gegen den Gründer, Hermann Gmeiner, bekannt geworden waren, wurde eine unabhängige Reformkommission unter dem Vorsitz der ehemaligen Präsidentin des Obersten Gerichtshofs (OGH), Irmgard Griss, eingerichtet. Ein Bericht des Gremiums wurde von Santner bis Ende Juni erwartet. Seither sei aber bereits "in allen Bereichen massiv gearbeitet worden" und Anpassungen wurden vorgenommen. "Wir sehen dem Bericht mit großer Gespanntheit entgegen", sagte der Aufsichtsratschef und versprach, dass man als Organisation "Probleme und Vorfälle sofort und ordentlich lösen" werde.
Auf organisatorischer Ebene stand zudem die ordentliche Besetzung des zweiten Geschäftsführerpostens an. Der langjährige Standortleiter von SOS-Kinderdorf, Wolfram Brugger, hat die Position nach der Kündigung von Ex-Geschäftsführerin Annemarie Schlack im Frühjahr derzeit interimistisch inne. Die Stelle war laut Santner aktuell ausgeschrieben, eine Bewerbung stehe "natürlich allen offen", hoffte er auf eine baldige Klärung. Ob sich Brugger dafür bewerben will, ließ dieser auf Nachfrage indes offen. Er meinte lediglich, dass er die aktuelle Weichenstellung für die kommenden "Monate und Jahre durchaus mit großem Zutrauen" mache und "sein Bestes" gebe.