Osteuropa wächst trotz Iran-Kriegs robuster als Eurozone

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Polen blüht wirtschaftlich auf
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Das Wirtschaftswachstum in Mittel-, Ost- und Südosteuropa bleibt laut der neuen Sommerprognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) vom Mittwoch trotz des Iran-Kriegs robust. Die östlichen EU-Mitglieder dürften 2026 im Schnitt um 2,2 Prozent wachsen und damit rund dreimal so stark wie die Eurozone. Für Österreich bleibt die Region eine wichtige Stütze der Exportwirtschaft.

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Getragen wird das Wachstum in den CEE-Staaten in erster Linie vom privaten Konsum, der sich durch Reallohnsteigerungen positiv entwickelt hat. Ebenso wirken EU-Gelder und Investitionen in die Rüstungsindustrie unterstützend. Die stark mit Deutschland verflochtene Industrie in Ostmitteleuropa kämpft hingegen mit der Krise des produzierenden Sektors in der Bundesrepublik. Die Visegrád-Staaten (Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei) und Slowenien wachsen heuer voraussichtlich um 2,8 Prozent, Spitzenreiter in der EU ist Polen mit 3,7 Prozent.

Die Energiepreise und damit die Teuerung dürften für absehbare Zeit höher bleiben als vor dem Angriff Israels und der USA auf den Iran. Ein Inflationsschock zeichnet sich laut wiiw jedoch nicht ab. "Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Konflikt mit dem Iran nicht neuerlich eskaliert, die Straße von Hormuz offen bleibt und sich die Energiemärkte normalisieren", betont der stellvertretende wiiw-Direktor Richard Grieveson. Für die sechs Staaten am Westbalkan (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien) rechnen die Wirtschaftsforscher heuer mit einem Wachstum von 2,5 Prozent, für die Türkei mit 3,3 Prozent.

Während die meisten Länder expandieren, stellt Rumänien mit einem erwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent einen Ausreißer nach unten dar. Das liegt am Sparkurs der Regierung infolge hoher Budgetdefizite. Die Slowakei verzeichnet 2026 mit 0,5 Prozent nur ein minimales Wachstum. Ungarn hingegen dürfte nach dem Machtwechsel und der Freigabe bisher blockierter EU-Subventionen heuer um 1,7 Prozent expandieren, so die Erwartung. Für 2027 wurde die Prognose für Ungarn sogar deutlich um 0,8 Prozentpunkte auf ein Plus von 2,6 Prozent angehoben.

Die russische Wirtschaft befindet sich nach wiiw-Einschätzung in einer Krise und steuert auf eine Stagnation zu. Das wiiw revidierte die Wachstumsprognose für 2026 um 0,3 Prozentpunkte nach unten auf ein minimales Plus von 0,6 Prozent, auch für 2027 gab es eine starke Abwärtsrevision auf 1,3 Prozent. Als Gründe nennt das Institut hohe Leitzinsen, ukrainische Drohnenangriffe auf Energieanlagen und Internetsperren. Die russische Wirtschaft dürfte sich heuer also ähnlich schwach entwickeln wie die Eurozone und 2027 ein wenig aufholen. Allerdings wird von Volkswirtschaften wie Russland ein stärkeres Wachstum erwartet als von einem reifen, hoch entwickelten Wirtschaftsraum wie der Eurozone. Auch die Ukraine leidet massiv unter den russischen Luftangriffen und dem Iran-Krieg, dürfte aber 2026 ein Wachstum von 1,0 Prozent erreichen - allerdings von einem sehr niedrigen Niveau ausgehend.

Für 2027 erwartet das wiiw für die östlichen EU-Mitglieder einen leichten Anstieg des Wachstums auf 2,4 Prozent. Die gute Konjunktur stützt die österreichische Wirtschaft weiterhin maßgeblich. Im ersten Quartal 2026 zogen die heimischen Exporte nach Tschechien um 4,4 Prozent an, nach Kroatien um 10,6 Prozent und nach Serbien um 16,5 Prozent. Der Strukturwandel hin zu mehr investitionsgetriebenem Wachstum eröffnet laut Grieveson große Chancen für österreichische Unternehmen.

Großes Potenzial birgt mittelfristig auch der Wiederaufbau in der Ukraine. Österreichische Baufirmen gehören zu den größten Playern in der Region. Auch in den Bereichen Energieinfrastruktur und Wasseraufbereitung haben österreichische Firmen viel Know-how. Darüber hinaus tun sich für die österreichische Wirtschaft neue Möglichkeiten in wachsenden Märkten wie Kasachstan, der Türkei oder Bulgarien auf, in denen Österreicher bisher wenig präsent sind.

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