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"Die geplante Transaktion wird es uns ermöglichen, unser Wachstum gemeinsam mit bestehenden und neuen Investoren voranzutreiben, die Teil der strategischen Unabhängigkeit Europas im Weltraum sein möchten", sagte Vorstandschef Marco Fuchs.
Das frische Geld solle in den Ausbau der Produktion, in Investitionen in Trägerraketen und Anlagen sowie in mögliche Übernahmen fließen. "Die Struktur der Branche verändert sich, da ist es besser mitzuspielen, als dass man mit uns spielt", sagte Fuchs der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir bereiten uns darauf vor, handlungsfähig zu sein."
Die Familie Fuchs als Hauptaktionär und der Finanzinvestor KKR wollten ihre Bezugsrechte aber nicht wahrnehmen. Die ihnen zustehenden Aktien sollen stattdessen an der Börse platziert werden. KKR wolle aber weniger als die Hälfte seiner Beteiligung von knapp 29 Prozent abgeben, hieß es in der Mitteilung. Das Anteilspaket von KKR ist rund 2,3 Milliarden Euro wert. Einem Insider zufolge könnte KKR Aktien für weitere 500 Millionen Euro auf den Markt werfen, so dass sich der Streubesitz von OHB mehr als verdreifachen könnte. "Sie werden nicht hingehen und alles verkaufen", sagte Fuchs Reuters. "Meine Familie, einschließlich meiner Schwester, wird keine einzige Aktie verkaufen." Die Familie werde auch nach der Platzierung die Mehrheit an OHB behalten.
OHB hofft, bei der Kapitalerhöhung vom Raumfahrt-Boom an den Kapitalmärkten nach dem Börsengang des US-Satellitenkonzerns SpaceX zu profitieren. "Die Bewertung war gut, der Handel war gut. Das hat unsere Zuversicht gestärkt, das anzugehen", sagte Fuchs. Er sieht institutionelle Investoren als wahrscheinlichste Käufer der neuen Aktien. Von einem Einstieg der deutschen Bundesregierung hielte er nichts: "Wir fragen sie nicht, und die Regierung hat nie ein Interesse signalisiert."
Die Familie Fuchs hält 65 Prozent der Anteile, nur sechs Prozent sind im Streubesitz, so dass der Aktienverkauf praktisch einem zweiten Börsengang ("Re-IPO") entspräche. KKR war erst vor zwei Jahren für 338 Millionen Euro bei OHB eingestiegen. Seither hat sich der Börsenwert von OHB auf 7,9 Milliarden Euro in etwa verzehnfacht. Am Montag bröckelte die Aktie um drei Prozent auf 395 Euro ab.
COLOGNE - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/INA FASSBENDER