
von
Dies zeigt sich für sie unter anderem an der Teilnahme an Sprachkursen. Im Vorjahr waren laut ÖIF-Direktor Franz Wolf 23.000 Kursplätze an ukrainische Vertriebene vergeben worden. Damit stellten sie erstmals die größte Gruppe. Verstärkt engagieren sich die Ukrainer in Fortgeschrittenen-Kursen. Beim höheren Sprachlevel B2 werden sechs von zehn Plätzen von Ukrainern besetzt, am muttersprachlichem Niveau schon nahen Level C1 waren es acht von zehn.
Laut Wolf hätten Befragungen auch gezeigt, dass die persönliche Zufriedenheit mit der Lebensqualität über die Sprachkurse und die dabei erworbenen Kenntnisse steigt. Die neue sprachlichen Fertigkeiten zeigen dann auch am Arbeitsmarkt Wirkung. Waren 2022 noch lediglich 10.000 Ukrainer im Monatsschnitt erwerbstätig, stieg diese Zahl bis zum Vorjahr stetig auf 25.000. Dass es noch immer Probleme bei der Nostrifizierung von Bildungsabschlüssen gibt, stritt Bauer nicht ab. Hier solle es weitere Anstrengungen geben, besser zu werden.
Insgesamt leben aktuell gut 94.000 Ukrainer in Österreich, die allermeisten davon kamen erst nach der russischen Aggression ins Land. Mehr als 60 Prozent sind weiblich, ein Drittel unter 20 Jahre alt. Rund die Hälfte der Personen im erwerbsfähigen Alter ist auch am Arbeitsmarkt aktiv. Neun von zehn Arbeitssuchenden sind beim AMS vorgemerkt.
Keine Änderungen plant Bauer bei der Familienbeihilfe, die seit November (mit gewissen Ausnahmen etwa für Minderjährige und Senioren) an eine Arbeitstätigkeit oder eine Vormerkung beim Arbeitsmarktservice gebunden ist. Diese Maßnahme habe gute Wirkung gezeigt, meinte die Integrationsministerin.
Eine direkte Einladung an Ukrainer, auf Dauer in Österreich zu bleiben, wollte Bauer nicht aussprechen. Man müsse das aus zwei Perspektiven sehen. Einerseits brauche Österreich natürlich fleißige, gut integrierte Menschen, die am Arbeitsmarkt Fuß fassen. Andererseits werde auch die Ukraine Fachkräfte zum Wiederaufbau benötigen, wenn der "unsägliche Angriffskrieg" ein Ende finde.