Nagel: "Keine Parallelwelt" durch digitalen Euro

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++ ARCHIVBILD ++ Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank
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Der deutsche Bundesbankchef Joachim Nagel hat Bedenken aus der Finanzwirtschaft gegen einen digitalen Euro zu entkräften versucht. Er solle nicht gegen die Finanzindustrie entwickelt werden, sondern mit ihr, so Nagel am Mittwoch. Banken und Zahlungsdienstleister würden weiterhin eine zentrale Rolle im Zahlungsverkehr spielen: "Sie bleiben die Schnittstelle zu den Kundinnen und Kunden. Der digitale Euro soll keine Parallelwelt schaffen."

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Der digitale Euro müsse so ausgestaltet werden, dass er die Finanzstabilität wahre und die Kreditvergabe der Banken nicht beeinträchtige: "Wichtige Stellschrauben dafür sind Haltegrenzen für Guthaben im digitalen Euro und der Verzicht auf eine Verzinsung", erklärte Nagel in einer Videobotschaft beim International Bankers Forum in Frankfurt.

Das von der EZB vorangetriebene Projekt des digitalen Euro hatte am Dienstag eine wichtige Hürde genommen. Der Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europäischen Parlaments verabschiedete seine Verhandlungsposition. Sofern im Plenum des EU-Parlaments kein Einspruch erhoben wird, dürften die Abgeordneten im kommenden Monat Verhandlungen mit dem Europäischen Rat - der Vertretung der EU-Regierungen - und der Europäischen Kommission aufnehmen. Angestrebt wird, eine endgültige Billigung bis Jahresende zu erreichen.

Falls die Verordnung zur Einführung des digitalen Euro angenommen wird, könnte 2027 ein Pilotprojekt der EZB starten. Mit einer offiziellen Einführung wäre dann im Jahr 2029 zu rechnen. Die digitale Version der Gemeinschaftswährung soll das Euro-Bargeld ergänzen - aber nicht ersetzen - und überall im Euroraum als Zahlungsmittel akzeptiert werden. Über eine EZB-App soll die Digitalwährung nutzbar sein. Mit ihr will Europa unabhängiger werden von US-Anbietern wie Paypal, Apple Pay, Mastercard oder Visa.

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