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Damit nennt Microsoft erstmals einen konkreten Zeitrahmen und zieht mit IBM gleich. Der IT-Konzern will ebenfalls ab 2029 zuverlässig funktionierende Quantencomputer verkaufen. Dafür investiert er in den kommenden Jahren zehn Milliarden Dollar in diesen Bereich. Daneben arbeiten der Internetkonzern Google und der Online-Händler Amazon sowie einige chinesische Firmen an dieser zukunftsträchtigen Technologie. In Europa gelten IQM aus Finnland sowie die deutschen Startups EleQtron, SaxonQ und PlanQC als Vorreiter. Der Münchener Konzern Infineon beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema.
Quantencomputer arbeiten nach völlig anderen Prinzipien als klassische Rechner. Sie können daher bestimmte Aufgaben um ein Vielfaches schneller erledigen. Ihre Stärken spielen sie bei der Ver- und Entschlüsselung von Daten, der Berechnung optimaler Routen für Speditionen oder bestimmten KI-Anwendungen aus.
Im Vergleich zum Vorgänger kämen beim Quantenprozessor "Majorana 2" andere Materialien zum Einsatz, erläutert Microsoft-Manager Jason Zander. Dadurch habe sich die Leistung in einigen Bereichen um den Faktor 1000 verbessert. Eine spezielle KI habe dabei geholfen, Leiterbahnen aus Blei, statt wie sonst üblich aus Aluminium, zu nutzen. Blei ist wasserlöslich und wird bei den bisher üblichen Herstellungsprozessen für Quantenchips wieder herausgewaschen.
Google, IBM und andere Entwickler setzen für ihre Quantenchips auf sogenannte Supraleiter. Dabei werden die Prozessoren auf rund minus 270 Grad Celsius heruntergekühlt, damit Strom ohne elektrischen Widerstand fließen kann. Dies ist technisch aufwendig.
Microsofts Quantencomputer arbeiten auf Basis sogenannter Majorana-Teilchen. Sie gelten als vergleichsweise unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen. Allerdings gilt ihre Existenz als nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Wissenschafter fordern daher vom Softwarekonzern die Veröffentlichung seiner Erkenntnisse, um die Forschungsergebnisse überprüfen zu können. "Microsoft kann so viel Blei benutzen, wie es will", sagte Henry Legg, Dozent für Quantenphysik an der University of St. Andrews in Schottland. "Das schützt das Unternehmen nicht vor dem grundlegenden wissenschaftlichen Prinzip, dass Ergebnisse reproduzierbar sein müssen."
Der Konzern begründet seine Zurückhaltung mit dem Schutz von Geschäftsgeheimnissen. Allerdings habe man Daten vertraulich mit der US-Rüstungsagentur Darpa geteilt. Diese prüft derzeit verschiedene technologische Ansätze zum Bau von Quantencomputern. "Wir haben uns intensiv genug mit der Physik beschäftigt", betonte Zander. "Ich würde das Geld nicht ausgeben, wenn ich das Gefühl hätte, dass wir danebenliegen."