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Der Kaufpreis, der einem Unternehmenswert von 11,3 Mrd. Dollar entspricht, beinhaltet einen Aufschlag von 36 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs des vergangenen Monats. Die Übernahme soll Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen werden.
Mit dem Zukauf will Merck sein Angebot an Forschungswerkzeugen und Analysetechnologien erweitern. "Durch die Kombination der wissenschaftlichen Expertise, der Innovationskraft und des differenzierten Portfolios von Bio-Techne mit unserer globalen Reichweite, Fertigungskompetenz und Kundennähe sind wir bestens aufgestellt", erklärte Merck-Chef Kai Beckmann. Das in Minneapolis ansässige Unternehmen Bio-Techne beschäftigt weltweit etwa 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 1,2 Mrd. Dollar. Bio-Techne-Chef Kim Kelderman betonte, als Teil von Merck werde sein Unternehmen von einer größeren Skalierung profitieren und Innovationen schneller vorantreiben können.
Für Merck ist es der zweite milliardenschwere Zukauf in den USA innerhalb kurzer Zeit. Erst im April 2025 hatten die Deutschen den US-Krebsspezialisten SpringWorks Therapeutics für umgerechnet drei Milliarden Euro übernommen. Während dieser Zukauf jedoch auf die Stärkung der Pharma-Sparte abzielte, löst Merck mit der Bio-Techne-Übernahme nun ein Versprechen für sein Laborgeschäft ein. Die damalige Merck-Chefin Belen Garijo hatte bereits bei der SpringWorks-Übernahme signalisiert, dass weitere Zukäufe nicht ausgeschlossen seien und der Schwerpunkt auf dem Bereich Life Science liegen werde.
Der aktuelle Deal reiht sich in eine Historie von Großübernahmen ein, mit denen Merck in den vergangenen zwei Jahrzehnten in den USA gewachsen ist: Dazu zählen der Kauf des Laborausrüsters Millipore 2010 für rund 5,2 Mrd. Euro, die Rekordübernahme von Sigma-Aldrich für 13 Mrd. Euro 2015 sowie der Erwerb des Elektronikmaterialien-Spezialisten Versum für 5,8 Mrd. Euro im Jahr 2019.
Finanziert wird der Bio-Techne-Deal durch vorhandene Barmittel und neue Kredite. Merck verspricht sich von der Übernahme ab dem dritten Jahr nach Abschluss jährliche Kosteneinsparungen von rund 140 Mio. Euro. Zudem soll der Zukauf unmittelbar das Umsatzwachstum stärken und spätestens ab dem dritten Jahr einen positiven Beitrag zum Gewinn je Aktie leisten.
DARMSTADT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND