Mercedes-Benz verkauft wegen China weniger Autos

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++ ARCHIVBILD ++ Mercedes-Benz kämpft mit Absatzzahlen in China
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Der Einbruch des chinesischen Automarkts und die Abkehr chinesischer Autokäufer von Luxusfahrzeugen aus Deutschland hinterlassen tiefe Spuren bei Mercedes-Benz. Der deutsche Autobauer verkaufte im ersten Halbjahr nach Angaben vom Mittwoch weltweit 1,01 Millionen Autos, das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Hauptgrund ist ein Rückgang in China, wo der Absatz um 28 Prozent auf nur noch 210.000 Autos schrumpfte.

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Mercedes verwies auf den harten Wettbewerb, eine zurückhaltende Verbraucherstimmung, Modellwechsel und eine "aktive Vertriebssteuerung". "Die Herausforderungen verstärkten sich im zweiten Quartal, insbesondere im Segment der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor", hieß es.

Für die deutschen Premium-Autobauer machen Autos mit Verbrennungsmotor den Großteil des China-Geschäfts aus. Nach dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Preise für Treibstoff in China deutlich gestiegen, was den Kauf eines neuen Verbrenners unattraktiver macht. Auch BMW verwies auf diese Entwicklung Mitte Juni und begründete damit seine Gewinnwarnung. Bei Elektroautos, die in China eine deutlich höhere Bedeutung haben als in Europa, spielen Mercedes, BMW oder Audi dagegen kaum eine Rolle.

Der chinesische Automarkt steht seit längerem massiv unter Druck. Im Juni ging der Absatz in der Volksrepublik insgesamt um 23,4 Prozent auf 1,62 Millionen Fahrzeuge zurück, wie aus Daten des Branchenverbandes CPCA hervorgeht. Es war der neunte Monat in Folge mit einem Absatzminus. Für das gesamte erste Halbjahr summiert sich der Rückgang damit auf gut ein Fünftel auf 8,8 Millionen Autos. Besonders stark fiel der Einbruch dabei gerade im Einstiegssegment aus, wie der Herstellerverband CAAM erklärte. Das Premiumgeschäft ziehe dagegen an, sagte CPCA-Generalsekretär Cui Dongshu. "Diejenigen mit Geld sind bereit, sich zu verbessern, während diejenigen mit wenig Kaufkraft schlichtweg ganz auf den Kauf eines neuen Autos verzichten."

Von diesem Trend profitierten insbesondere neue chinesische Premiumhersteller wie Nio, während die deutschen Autobauer zu kämpfen hätten, sagte Wang Xianbin, Vizepräsident beim Analysehaus Gasgoo. "Die chinesischen Verbraucher kaufen nicht länger deutsche Wertarbeit und deutschen Luxus." Zu Spitzenzeiten verkaufte Mercedes in China mehr als 750.000 Fahrzeuge. "China bleibt ein zentraler Markt für Mercedes-Benz und spielt eine Schlüsselrolle in der Lokalisierungs- und Innovationsstrategie des Unternehmens", teilten die Stuttgarter dazu mit. Hoffnungsträger für das zweite Halbjahr seien neue Modelle wie die S-Klasse und der GLE.

Besser sah es für Mercedes auf vielen anderen Märkten aus. In Europa legte der Absatz von Jänner bis Juni um fünf Prozent auf 325.000 Fahrzeuge zu. Hier spielten zum einen neue Produkte, zum anderen eine stärkere Nachfrage nach Elektroautos eine Rolle. Vertriebschef Mathias Geisen sagte, die Nachfrage nach dem neuen elektrischen GLC, dem elektrischen CLA und dem elektrischen GLB sei außerordentlich stark. In Nordamerika waren es mit 180.900 Fahrzeugen sogar 15 Prozent mehr verkaufte Autos als im Vorjahreszeitraum.

Der Absatz von E-Autos legte im ersten Halbjahr insgesamt um 30 Prozent auf 113.300 Fahrzeuge zu. In Europa lag der Anstieg sogar bei 87 Prozent. In Deutschland verfügt inzwischen fast jeder vierte neue Mercedes nur noch über einen Elektroantrieb. Weiteren Schwung erhofft sich Mercedes von der neuen elektrischen C-Klasse, deren Markteinführung in Europa in den kommenden Monaten ansteht.

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