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Von Magna Deutschland hieß es am gestrigen Montag: "Trotz finanzieller Investitionen und umgesetzter Kostensenkungsmaßnahmen in den letzten Jahren konnte die Zukunftsfähigkeit nicht aufrechterhalten werden." An dem deutschen Standort werden Außen- und Rückspiegel hergestellt.
2023 war die Fabrik im Landkreis Miltenberg bereits von Schließung bedroht, konnte aber zunächst gerettet werden. Unternehmen und IG Metall einigten sich damals auf ein Eckpunktepapier, wonach die Fortführung mit mindestens 250 Beschäftigten bis Ende 2028 sichergestellt werden sollte. Damals gab es dort noch etwa 450 Beschäftigte.
Die IG Metall kritisiere die am Montag verkündete Managemententscheidung bei Magna Dorfprozelten scharf. Entgegen den Zusagen von vor drei Jahren seien keine neuen Produkte am Standort platziert und auch nicht von anderen Standorten nach Dorfprozelten verlagert worden.
"Wir haben mehrfach auf veränderte Marktbedingungen reagiert, Konzepte angepasst und konstruktive Vorschläge eingebracht. Umso enttäuschter und entsetzter sind wir über diese Entscheidung", sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Aschaffenburg, Percy Scheidler. "Magna hat vereinbarte Arbeit, Aufträge und Anlagen nicht geliefert und hat jetzt entschieden, dass der Standort nicht mehr tragfähig ist. Unternehmertum sieht anders aus!"
Das Management hat der Gewerkschaft zufolge entschieden, die für den Standort zentrale Zukunftstechnologie "LC-Spiegelglas" nicht weiterzuentwickeln und nicht zur Serienreife zu führen. "Für die Entwicklung und Vermarktung der LC-Technologie wurden erhebliche Fördermittel des Freistaats Bayern eingesetzt, der ernste Wille, das Produkt an den Markt zu bringen, hat sich nicht gezeigt", sagte der Gewerkschafter Christoph Curs.
Magna ist in Österreich als Magna Steyr in Graz mit einer großen Fabrik präsent und beschäftigt hierzulande rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Leistungsangebot erstreckt sich über die Entwicklung und Produktion von Autoteilen bis hin zu Gesamtfahrzeugen. "Mehr als 4 Millionen Fahrzeuge lautet die beachtliche Zahl, die bislang vom Fertigungsband gelaufen sind. Insgesamt hat Magna als Gesamtfahrzeugfertiger bislang 39 verschiedene Modelle für 13 verschiedene OEMs produziert", so Magna Steyr. Der Gesamtkonzern ist in 28 Ländern tätig und beschäftigt global 154.000 Menschen.