Kurssturz bei Partners Group treibt Nervosität an Märkten

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Profikunden nehmen Privatmarktanlagen genauer unter die Lupe
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Nach dem Kurssturz beim Schweizer Investmentfondsanbieter Partners Group ist die Nervosität in der Branche gestiegen. Trotz der negativen Schlagzeilen rund um die Partners Group und andere Anbieter von außerbörslichen Finanzanlagen halten Profi-Anleger den hochpreisigen Produkten aber vorerst die Stange, nehmen einzelne Produkte aber genauer unter die Lupe.

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Nachdem der Schweizer Finanzinvestor Entnahmen aus einem bei Privatanlegern beliebten Fonds einschränkte, warten Großanleger wie Pensionskassen ab, wie vier Schweizer Pensionskassenberater erklärten. Das könnte sich aber ändern. Sollten die Renditen nicht anziehen, könnten diese Anlagen auf den Prüfstand kommen. Damit würden sich die Wachstumsaussichten für die erfolgsverwöhnte Branche eintrüben.

Anfang Juni hatte Partners Group die Rücknahme von Anteilen eines milliardenschweren Private-Equity-Fonds begrenzt, nachdem die Anleger in großem Stil Geld abziehen wollten. Die Ankündigung löste bei Partners Group, deren Aktien im Leitindex SMI notiert sind, einen Kurssturz aus und warf ein Schlaglicht auf eine Eigenheit solcher sogenannter "Evergreen"-Fonds: Während das Geld bei herkömmlichen Anlagen in nicht börsennotierte Unternehmen (Private Equity), Infrastruktur (Private Infrastructure) oder Firmenkredite (Private Credit) über die Laufzeit von oftmals zehn Jahren gebunden ist, können Evergreen-Fonds in begrenztem Ausmaß versilbert werden. Doch Fondshäuser können die Abzüge pro Quartal üblicherweise bei fünf Prozent des Fondsvolumens deckeln. Dieses sogenannte "Gating" passierte in der vergangenen Woche nicht nur bei dem Partners-Group-Fonds, sondern auch bei einem riesigen Private-Credit-Fonds der amerikanischen Blackstone. Die Begrenzung von Mittelabzügen verringert Analysten zufolge das Risiko von Notverkäufen von Vermögenswerten.

Die Rücknahmen gehen den Experten zufolge vor allem von Privatanlegern aus, die bei Turbulenzen schneller das Weite suchen als Profi-Anleger. "Es ist Hot Money", erklärt Thomas Breitenmoser vom Pensionskassenberater Complementa. Zuletzt hätten Privatmarktanlagen schlechter abgeschnitten als die von Technologietiteln getriebenen Börsen, Privatkunden verabschiedeten sich deshalb vermehrt. "Die negativen Schlagzeilen rund um das Gating dürften zu einem weiteren Knick bei der Nachfrage von Privatanlegern führen." Bei Partners Group entfällt ein Fünftel der verwalteten Vermögen von 185 Milliarden Dollar (159,9 Mrd. Euro) auf sie.

Während auf den Privatkunden große Wachstumshoffnungen ruhen, sind Profianleger wie Pensionskassen, Versicherer oder Staatsfonds immer noch die wichtigste Kundengruppe der Branche. Institutionelle Investoren, die bei Privatmarktanlagen bereits engagiert seien, hielten an ihren Anlageplänen fest, erklärt Stephanie Spozio vom Berater Prevanto. "Anleger, die erst über entsprechende Investitionen nachdenken, warten dagegen wohl eher ab und verschieben entsprechende Entscheidungen." Partners Group bestätigte kürzlich ihre Wachstumsprognose für 2026. Seit dem Börsengang 2006 wuchsen die Vermögen um jährlich 16 Prozent.

Institutionelle Kunden hätten ihre Private-Markets-Quote in den vergangenen Jahren nicht mehr erhöht, so Breitenmoser. Derzeit würden sie zwar keine Positionen abstoßen, der eine oder andere aber sei nervös und frage nach einer Einschätzung zu Partners Group. Er könne sich vorstellen, dass sie in Zukunft solche Anlageprogramme auslaufen ließen und nicht neu investierten. "Dann sinkt die Quote über die Zeit."

Romano Gruber von PPCmetrics verweist ebenfalls auf die jüngst enttäuschende Performance von Privatmarktanlagen. "Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte dies mittelfristig durchaus dazu führen, dass gewisse Pensionskassen bei der nächsten Überprüfung ihrer Anlagestrategie die Rolle von Privatmarktanlagen kritischer hinterfragen und gegebenenfalls neu gewichten." Bisher habe er nicht festgestellt, dass sich die Profis bei Privatmarktanlagen zurückhielten. Allerdings schauten sie aufgrund der jüngsten Fälle noch genauer auf die Ausgestaltung der Produkte bezüglich der Rücknahmemöglichkeiten.

Benita von Lindeiner von c-alm erklärte, Pensionskassen hielten üblicherweise über einen längeren Zeitraum an ihrer Anlagestrategie fest. "Bei der Umsetzung hingegen ist Unsicherheit zu spüren." Dies gelte insbesondere für Private-Credit-Anlagen, die von der Branche mit teils sehr hohen Liquiditätsversprechen verkauft worden seien, die sich nun nicht immer einhalten ließen. Bei Private-Credit-Fonds hatte die Rücknahmewelle im vergangenen Jahr begonnen, als die Anleger ein Fragezeichen hinter die Bewertungen, Kreditvergabestandards und den Umgang von Softwarefirmen mit Künstlicher Intelligenz setzten. Mit dem Partners-Group-Fonds griffen die Abflüsse auch auf Private-Equity-Anlagen über. Die Spannbreiten zwischen den besten und den schlechtesten Managern im Bereich Private Markets seien sehr hoch, so von Lindeiner. "Hier wird sich in den nächsten Wochen die Spreu vom Weizen trennen."

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ZURICH - SCHWEIZ: FOTO: APA/APA/AFP/FABRICE COFFRINI

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