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Es gebe immer wieder einzelne Faktoren, die Österreich ein wenig aus dem Gleichgewicht bringen. Deshalb sei das Wirtschaftswachstum in Österreich und Europa im Moment relativ verhalten. Positiv sei allerdings, dass "wir etwas stärker wachsen, als wir das noch im Frühjahr geglaubt haben". Für das nächste Jahr liege die Prognose bei 1,3 bis 1,4 Prozent Wachstum, also "wieder recht substanziell im Vergleich über die letzten Jahre hinweg". Alles hänge aber von der Geopolitik ab.
Die Notenbank beobachte die Entwicklung der Staatsdefizite, auch von Österreich, so Kocher zum EU-Defizitverfahren gegen Österreich. Die Zinsen für Staatsanleihen steigen, dass heißt, es werde teurer sich zu verschulden, so Kocher. Dadurch habe man weniger Spielraum im Budget für andere Ausgaben. "Deshalb ist es aus Eigeninteresse heraus sinnvoll, aus meiner Sicht, dass Österreich weiter konsolidiert, dass die Schulden nicht weiter steigen und dass wir weniger Defizit im Staatshaushalt haben." Er verwies auf höhere Ausgaben durch die Demografie bzw. für Sicherheit und Verteidigung. Das sei vor zehn Jahren anders gewesen. Österreich habe aber weniger Schulden als der Durchschnitt der EU-Länder.
Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) Martin Kocher am Freitag, 11. September 2026, anl. einer Hybrid-PK der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) "Interimsprognose 2026 bis 2028" in der OeNB in Wien.