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Geopolitisch bleibt der Nahost-Konflikt im Blick, auch wenn das Interesse der Anleger zunehmend schwindet. Nach einer erneuten militärischen Eskalation am Persischen Golf lässt der Iran die USA über einen weiteren Verhandlungstermin bisher im Unklaren. Spannungsvoll warten die Anleger dagegen auf Neuigkeiten vom Notenbanker-Treffen in Portugal, wo der neue Fed-Präsident Kevin Warsh seinen Einstand auf der internationalen Bühne gibt.
Der Dow Jones Industrial schloss mit plus 0,59 Prozent auf 52.182,74 Einheiten. Damit stieg der bekannteste Wall-Street-Index wieder in Richtung seines jüngsten Rekordhochs, das er am vergangenen Donnerstag bei etwas über 52.655 Punkten erreicht hatte. Der marktbreite S&P 500 kletterte 1,18 Prozent auf 7.440,43 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq Composite stieg nach zeitweise zurückgehenden Erholungsgewinnen und einem kurzen Ausflug in die Verlustzone um starke 2,07 Prozent auf 25.820,15 Punkte.
Unter den Branchen zog vor allem der Sektor "Communication Services" Aufmerksamkeit auf sich. Dort herrscht Fusions- und Übernahmefantasie. Auslöser ist vor allem Comcast, dessen Aktie um 4,5 Prozent zulegte. Der Konzern plant, sein Mediengeschäft von seinem Kabelfernseh- und Internetgeschäft zu trennen und NBC Universal sowie Sky in ein neues börsennotiertes Unternehmen auszugliedern, um den Unternehmenswert zu steigern. Daraufhin zogen unter anderem die Aktien von Charter Communications und Liberty Broadband um 9,4 bzw. 9,3 Prozent an.
Iridium Communications sprangen 25 Prozent auf 54,59 US-Dollar hoch. SpaceX-Rivale Rocket Lab gab eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des Satellitenspezialisten für 54 Dollar je Aktie in bar und Aktien bekannt. Davon profitierte auch das Papier des Iridium-Konkurrenten ViaSat, das um rund 24 Prozent stieg. Rocket Lab gewannen 16 Prozent.
Verizon büßten dagegen 5,2 Prozent ein. Der Telekomriese erwartet für das zweite Quartal einen Verlust zwischen 700 und 800 Millionen Dollar, nachdem er mit der britischen BT Group eine Vereinbarung zur Gründung eines 50/50-Gemeinschaftsunternehmens für ihre internationalen Geschäftsbereiche getroffen hat. Verizon stuft die in das Joint Venture eingebrachten Geschäftsbereiche als "zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten" ein, was zu dem geschätzten Verlust führt.
Dass Verizon an diesem Tag außerdem aus dem Dow ausschied und der A-Aktie von Alphabet Platz machte, könnte ebenfalls auf die Stimmung drücken. Dagegen nahm Alphabet mit plus 4,8 Prozent den ersten Platz im 30 Werte umfassenden Dow ein. Amazon waren mit plus 3,2 Prozent der drittstärkste Wert. Nach Angaben von Adobe Analytics erreichten die Konsumentenausgaben bei allen Einzelhändlern in den USA während der "Prime Day"-Tage von Amazon Ende Juni ein Volumen von 26,4 Milliarden Dollar und lagen damit etwas über einer früheren Schätzung.
Die Aktie des Industrieunternehmens Honeywell Technologies büßte 6,4 Prozent ein, während die an diesem Tag erstmals gehandelte Aktie der Luftfahrtsparte Honeywell Aerospace um 0,4 Prozent fiel. Am 15. Juni war die Abspaltung offiziell genehmigt worden. Während das Honeywell-International-Papier nun unter dem Namen Honeywell Technologies firmiert und weiter im Dow bleibt, wurde es im S&P 100 an diesem Tag durch Honeywell Aerospace ersetzt.
NEW YORK - USA: FOTO: APA/APA/AFP/ANGELA WEISS