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Von solchen Wachstumsraten kann auch Exportweltmeister China nur träumen: Dessen Ausfuhren legten im Mai um 19,4 Prozent zu.
Taiwan profitiert von seiner Bedeutung als Technologiestandort und seiner Schlüsselrolle in der globalen Lieferkette für KI-Anwendungen. Erst Ende Mai hatte die Regierung deshalb ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr auf 9,64 Prozent angehoben. Dies wäre das stärkste Wachstum seit dem Jahr 2010. An der Spitze der Entwicklung steht der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger TSMC, der unter anderem Konzerne wie Nvidia und Apple beliefert. Taiwan sei das Epizentrum der KI-Revolution, sagte Nvidia-Chef Jensen Huang kürzlich.
Die Nachfrage nach Waren "Made in Taiwan" wuchs im Mai sowohl aus den USA als auch aus China. Die Exporte in die Vereinigten Staaten stiegen um 47,9 Prozent, die in die Volksrepublik um 35,4 Prozent. Besonders stark legten die Ausfuhren von Elektronik-Bauteilen mit einem Plus von 66,9 Prozent und von Informationsprodukten mit 118 Prozent zu. Als Risiken für die weitere Entwicklung nannte das Finanzministerium den Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran sowie Unsicherheiten in der US-Handelspolitik.
Für die kommenden Monate rechnet das Ministerium mit einer Fortsetzung des positiven Trends. Die Exporte sollen im zweiten, dritten und vierten Quartal jeweils die Marke von 200 Milliarden Dollar übertreffen. Grund sei die anhaltend hohe Nachfrage nach KI- und Cloud-Anwendungen, die sich in den hohen Investitionen von Cloud-Dienstleistern zeige. Auch die Importe legten im Mai mit einem Zuwachs von 54,9 Prozent auf 60,57 Mrd. Dollar kräftig zu. Dies deutet auf eine hohe Nachfrage nach Rohstoffen und Maschinen für die Produktion hin.
HSINCHU - TAIWAN: FOTO: APA/APA/AFP/I-HWA CHENG