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Der Absturz in Irland ist auf eine Revision wegen Sondereffekten im großen multinationalen Sektor des Landes zurückzuführen, insbesondere in der Pharmabranche. 2025 war die irische Wirtschaft um 12,3 Prozent gewachsen. Grund dafür war ein starker Anstieg der Pharmaexporte in die USA, angetrieben durch Lageraufstockungen wegen drohender Zölle und eine boomende Nachfrage nach in Irland hergestellten Wirkstoffen für Abnehmmedikamente. Dieser Effekt kehrte sich nun um.
"Insgesamt erschweren die irischen Zahlen die Interpretation des Konjunkturtrends in der Euro-Zone erheblich", sagte der Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Bantleon, Daniel Hartmann. Für die Europäische Zentralbank (EZB) macht das die Sache nicht einfacher. Sie dürfte kommenden Donnerstag ihren Leitzins zum ersten Mal seit fast drei Jahren anheben. Ökonomen rechnen fest damit, dass die Währungshüter den Einlagensatz von 2,0 auf 2,25 Prozent heraufsetzen werden. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs ist die Inflation vor allem wegen des hohen Ölpreises gestiegen: Lag die Teuerungsrate im Februar noch bei 1,9 Prozent, waren es im Mai schon 3,2 Prozent. Dies liegt deutlich über der Zielmarke der EZB von zwei Prozent.
Höhere Zinsen können der Wirtschaft aber das Leben noch schwerer machen. Für die Euro-Zone erwartet die Industriestaaten-Organisation OECD im laufenden Jahr nur ein Wachstum von 0,8 Prozent, für 2027 von 1,2 Prozent.
Österreichs Wirtschaft wuchs demnach zum Vorquartal um 0,2 Prozent. Spitzenreiter war Dänemark mit plus 1,9 Prozent. Für die gesamte EU ergibt sich nun ein Rückgang des BIP um 0,1 Prozent. Die Wirtschaft in den USA wuchs im Vergleich dazu um 0,4 Prozent.
Verglichen mit dem 1. Quartal 2025 legte das BIP der Eurozone im ersten Quartal 2026 um 0,3 Prozent zu, das BIP der gesamten EU um 0,7 Prozent.
FRANKFURT/MAIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Andreas Arnold