Iran-Krieg heizt US-Inflation stark an: Anstieg auf 4,2 %

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Kerninflation steigt auf 2,9 Prozent
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Die im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise haben die Inflation in den USA weiter befeuert und die Teuerung erstmals seit drei Jahren über vier Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai um 4,2 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten damit gerechnet, nach 3,8 Prozent im April.

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Damit legte die Inflation den zweiten Monat in Folge deutlich zu und stieg weiter über das von der US-Notenbank Fed angestrebte Ziel von zwei Prozent. Im März lag die Teuerungsrate noch bei 3,3 Prozent, im Februar bei nur 2,4 Prozent.

Angetrieben wurde die Preisentwicklung weiter vor allem durch Kosten für Energie, die sich im Zuge des Iran-Kriegs deutlich verteuert hat. Für Energie musste im Mai 23,5 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Besonders stark war der Anstieg der Benzinpreise. Der Kraftstoff hat sich etwa 40 Prozent verteuert.

"Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich die Entwicklung der Verbraucherpreise überwiegend auf die erste Monatshälfte bezieht, in der die Benzinpreise noch deutlich erhöht waren", schrieb Ulrich Wortberg, Ökonom bei der Helaba. Dass die Preise an der Tankstelle inzwischen spürbar zurückgegangen seien, dürfe mit Blick auf die Juni-Zahlen für eine gewisse Entspannung sprechen.

Aber auch die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden, legte im vergangenen Monat zu - auf 2,9 Prozent, nach 2,8 Prozent im April. Analysten hatten dies erwartet.

Nach Einschätzung von Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank ist der Anstieg der Kerninflationsrate nur marginal ausgefallen. Damit dürften die Spekulationen über eine Zinserhöhung der Fed im laufenden Jahr "nicht unbedingt neue Nahrung erhalten". Die Kernteuerungsrate bildet den zugrunde liegenden Inflationstrend gut ab und wird daher von der Notenbank Federal Reserve (Fed) besonders stark beachtet.

Die Fed beließ den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Angesichts der Folgen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als unwahrscheinlich. Am Markt wurden jedoch auch die Erwartungen an einen Zinsanstieg leicht zurückgenommen, wobei einer Leitzinsanhebung von mindestens 25 Basispunkten bis Jahresende am Markt weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von gut 70 Prozent eingeräumt wird.

Ökonomen erwarten dagegen eher ein stabiles Zinsniveau. "Moderate Zinserhöhungen könnten ökonomisch sinnvoll sein, alleine um einen etwaigen weiteren Anstieg der Inflationserwartungen einzudämmen", kommentierte VP-Ökonom Gitzel. "Ob für eine Zinserhöhung im Offenmarktausschuss der Federal Reserve allerdings eine Mehrheit gefunden wird, bleibt zu bezweifeln."

Der US-Dollar reagierte mit leichten Kursverlusten auf die Datenveröffentlichung, dämmte diese aber bis zuletzt wieder ein. Auch die vorbörslichen Indikatoren auf die US-Aktienmärkte hielten ihr zuvor aufgewiesenes Niveau.

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