
von
"Im Juli werden wir aus Treibstoffen und Mineralölprodukten höhere Inflationsbeiträge bekommen", sagte Baumgartner am Freitag im Gespräch mit der APA. Dadurch werde auch die Inflation wieder ansteigen. Nach dem Beginn der Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran und der Ankündigung der Öffnung der Straße von Hormuz sei die Einschätzung gewesen, dass die Inflation im Mai mit 3,7 Prozent ihren Höhepunkt erreicht haben könnte - sofern der Frieden nachhaltig sei. "Das ist wieder Makulatur", so Baumgartner.
Ob sich die Inflation bis Jahresende wieder abschwächen könne, sei unsicher. Das hänge vor allem davon ab, wie der Krieg im Iran weitergehe, ob erneut Friedensverhandlungen geführt würden und ob dann ein nachhaltiger Frieden zustande komme, so Baumgartner. Entscheidend sei auch, wie viel der Öl- und Gasinfrastruktur in der Region bei Angriffen zerstört werde. Generell sei die Lage aber noch sehr unsicher - auch wie es mit der Straße von Hormuz weitergehe, sei noch völlig offen.
Bei den Spritpreisen rechnet Baumgartner jedoch vorerst damit, dass die im März erreichten 2,25 Euro je Liter die Obergrenze waren. "Sollte der Krieg aber weiter eskalieren und nachhaltig die Ölversorgung beeinträchtigen, dann kann es auch noch weiter nach oben gehen", sagte der Ökonom.
Mittel- bis längerfristig sei aber zu erwarten, dass andere Ölproduzenten einspringen, um einen Ausfall aus dem Nahen Osten zu dämpfen. Die USA habe ihre Ölproduktion bereits ausgeweitet, und auch aus Venezuela stehe noch Öl zur Verfügung, das auf den Weltmarkt kommen könnte. Auch bei den Transportmöglichkeiten gebe es Alternativen zur Straße von Hormuz. Baumgartner nannte hier die Ost-West-Pipeline vom Persischen Golf zum Roten Meer.