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"Trotz der ab 1. Oktober erweiterten Spritpreisbremse und des dadurch geringeren Preisanstiegs bei Treibstoffen lag die Teuerung für Energie bei 16,5 Prozent", sagte die fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, Manuela Lenk, laut Aussendung. Die Preise für Nahrungsmittel, Tabak und Alkohol seien im Oktober im Jahresvergleich unverändert geblieben, nach einem Anstieg von 0,8 Prozent im September. Industriegüter verteuerten sich im Oktober um 0,9 Prozent.
Der für Eurozonen-Vergleiche ermittelte harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag laut Schnellschätzung im Oktober in Österreich bei 3,5 Prozent, nach 3,6 Prozent im September. Die Inflation im Euroraum erreichte im Oktober unterdessen 4,0 Prozent und stieg damit auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Preistreiber Nummer eins war Energie, sie verteuerte sich um 20,8 Prozent, teilte das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mit.
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) kritisierte vor diesem Hintergrund in einer Aussendung hohe Gewinne bei Banken und dem teilstaatlichen Erdöl- und Gaskonzern OMV. Die Inflationsrate zeige, dass weitere Entlastungsmaßnahmen notwendig seien. Die Interessensvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fordert unter anderem Nachschärfungen bei der Margenbegrenzung im Rahmen der Spritpreisbremse und deren Ausweitung auf Heizöl, Maßnahmen gegen die Teuerung bei Gas und Pellets, eine Erhöhung der Bankenabgabe und Nachbesserungen bei der Mietpreisbremse.
Entlastung forderte auch die FPÖ, die Oppositionspartei sieht die Lösung allerdings in anderen Maßnahmen. Die Blauen erneuerten unter anderem ihre Forderungen nach einer Abschaffung der CO2-Steuer, einer Halbierung der Mineralölsteuer, der Senkung der Lohnnebenkosten und der Abkehr vom Ziel der österreichischen Klimaneutralität bis 2040.
Die Grünen nutzten die Gelegenheit, um abermals den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fordern. "Solange Österreich von importiertem Öl und Gas abhängig ist, bleiben Haushalte und Betriebe immer anfällig für internationale Preisschocks", sagte Budget-Sprecher Jakob Schwarz laut Aussendung.
Die SPÖ sah den Auslöser für die hohe Inflation unterdessen bei US-Präsident Donald Trump. "Wir sehen, dass ein Drittel der Teuerung in Österreich auf Trumps Kappe geht", sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim laut Aussendung am Mittwoch und kritisierte die FPÖ als "Trump-Anbetungsverein". Seltenheim sprach sich außerdem für eine "EU-weite Übergewinnsteuer" für "Krisengewinner wie Ölkonzerne" aus.
Für Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) ist die Inflation trotz gleichem Niveau wie September "immer noch zu hoch" . Gleichzeitig würden die von der Bundesregierung "gesetzten Maßnahmen - etwa im Strombereich oder die Spritpreisbremse - dämpfend wirken", betont sie in einer Aussendung. So sei es gelungen, "die Inflation unter den Eurozonen-Schnitt zu bringen".