Inflation in USA sinkt überraschend deutlich auf 3,5 Prozent

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Kernrate fällt auf 2,6 Prozent
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Die vom Iran-Krieg und höheren Energiepreisen angefachte Inflation in den USA hat sich stärker abgeschwächt als erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen im Juni nur um 3,5 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 3,8 Prozent gerechnet, nach einer Teuerungsrate von 4,2 Prozent im Mai.

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Gedämpft wurde die Inflationsentwicklung durch einen schwächeren Anstieg der Energiepreise. In den vorangegangenen Monaten hatten die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Kosten die Inflation nach oben getrieben. Die US-Notenbank strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Auch die Kernrate der Verbraucherpreise, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, gab stärker nach als erwartet. Die Jahresrate sank von 2,9 Prozent im Vormonat auf 2,6 Prozent. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 2,8 Prozent erwartet.

Im Vergleich zum Vormonat sanken die Verbraucherpreise insgesamt um 0,4 Prozent. Hier war ein Rückgang um 0,1 Prozent erwartet worden. Die Kernverbraucherpreise stagnierten. Hier war ein Zuwachs von 0,2 Prozent prognostiziert worden. Die Energiepreise sanken im Vergleich zum Vormonat um 5,7 Prozent.

"Ein Rückgang der Benzinpreise hat das Preisniveau insgesamt im Juni erwartungsgemäß sinken lassen", kommentierte Elmar Völker, Volkswirt bei der LBBW. "Die Zahlen sind gleichwohl eine positive Überraschung, weil die Kernrate entgegen der verbreiteten Erwartung stagniert hat." Bemerkenswert sei, dass dies auch für die Preise im Dienstleistungssektor gelte. "Es steht somit zu konstatieren, dass sich bis dato nicht nur keine klaren Anzeichen für Zweitrundeneffekte in Folge des Energiepreisschubs vom Frühjahr zeigen", schreibt Völker. Vielmehr scheinen sich ihm zufolge im Dienstleistungssektor, inklusive der Wohnkosten, Desinflationstendenzen fortzusetzen.

Trotz der Abschwächung könnte die Inflation die US-Notenbank Federal Reserve in Zugzwang bringen. Die Zentralbanker hatten den Leitzins im Juni auf der ersten Sitzung unter Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf avisiert. Warsh bekräftigte vor dem Parlament seine Entschlossenheit, die hohe Teuerung in den Griff zu bekommen. "Die Fed duldet keine dauerhaft erhöhte Inflation", sagte er bei einer Anhörung im Kongress laut im Voraus veröffentlichtem Redemanuskript.

Warsh erklärte vor dem Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses, die Zentralbank werde mit der "richtigen Geldpolitik" dafür sorgen, dass der Inflationsschub der letzten fünf Jahre der Vergangenheit angehöre. Warsh hat sich vorgenommen, die Fed zu reformieren und dafür Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Er ließ auch Kritik an der Arbeit der Fed unter seinem Vorgänger Jerome Powell anklingen, die die Inflation in den vergangenen Jahren nicht in den Griff bekommen habe. Warsh ist zudem dafür, die aufgeblähte Bilanz der Notenbank zu verkleinern.

Der Eurokurs legte nach den Daten zum US-Dollar zu und stieg auf ein Tageshoch von 1,1462 Dollar. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben nach, während der Goldpreis zulegte. An den Aktienmärkten stiegen die Kurse.

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