Hohe Abschreibungen drücken Gerresheimer tief in die roten Zahlen

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Jahresverlust von knapp 319 Mio. Euro
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Der Düsseldorfer Verpackungskonzern Gerresheimer ist im Vorjahr aufgrund hoher Abschreibungen tief in die roten Zahlen gerutscht. Unterm Strich stehe im Geschäftsjahr 2025 ein Verlust von 318,7 Mio. Euro, teilte das nach Bilanzunregelmäßigkeiten angeschlagene Unternehmen mit. 521,5 Mio. Euro seien unter anderem auf Projekte der Schweizer Tochter Sensile Medical sowie den Firmenwert der US-Behälterglastochter Gerresheimer Moulded Glass Chicago abgeschrieben worden.

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Eine Dividende soll es angesichts der Verluste nicht geben. 2024 hatte Gerresheimer nach korrigierten Zahlen noch 84,3 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet.

Durch die Bilanzierungsprobleme hatte sich der Abschluss für 2025 deutlich verzögert, die Gerresheimer-Aktie war deshalb aus dem Kleinwerteindex SDax ausgeschlossen worden. Mit der Veröffentlichung erfüllt Gerresheimer eine Bedingung seiner Gläubiger. Die Wirtschaftsprüfer von KPMG erteilten der Bilanz zwar einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk, wiesen aber ausdrücklich auf Risiken hin, die den Fortbestand des Konzerns gefährden könnten. Die Gläubiger könnten die Reißleine ziehen, wenn Gerresheimer die Kreditbedingungen verletze. Damit das nicht passiere, müsse der Vorstand vor allem den Verkauf der US-Tochter Centor wie geplant noch in diesem Jahr unter Dach und Fach bringen und die Ende 2027 auslaufenden Kredite rechtzeitig refinanzieren, schreibt KPMG.

Finanzvorstand Wolf Lehmann bewertete den Jahresabschluss als "wichtiges positives Signal für unsere Kunden, Finanzierungspartner und Investoren". Die Unregelmäßigkeiten in der Bilanz 2024 seien darin aufgearbeitet. Er zeigte sich zuversichtlich: "Mit dem gut voranschreitenden Verkauf unserer US-Tochter Centor, der geplanten Refinanzierung und der konsequenten Umsetzung unseres Transformationsprogramms werden wir bereits in den nächsten Monaten unsere Finanzlage Schritt für Schritt verbessern."

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Gerresheimer allerdings nur noch mit einem Umsatz von maximal 2,35 (bisher bis 2,4) Mrd. Euro Umsatz, einer operativen Umsatzrendite (Ebitda-Marge) von 17 bis 18 (bisher 18 bis 19) Prozent und einem operativen Mittelabfluss von bis zu 100 Mio. Euro. 2025 lagen der Umsatz bei 2,3 Milliarden und die EBITDA-Marge bei 16,8 Prozent.

Die "Bilanzpolizei" der Finanzaufsicht BaFin hatte gerügt, dass Gerresheimer 2024 Umsätze vorzeitig verbucht hatte, obwohl die Waren noch nicht ausgeliefert worden waren. Gerresheimer will Umsätze aus "Bill-and-Hold"-Vereinbarungen, bei denen dem Kunden die verkaufte Ware zwar in Rechnung gestellt, aber erst später ausgeliefert wird, künftig nicht mehr bilanzieren. Nach dem internationalen Bilanzierungsstandard IFRS dürften sie erst bei der Auslieferung verbucht werden. Das Unternehmen spricht inzwischen davon, dass Mitarbeiter dabei bewusst gegen interne Vorschriften verstoßen hätten.

2024 wurde laut Geschäftsbericht der Umsatz dadurch und durch überbewertete Vorräte um 44,6 Millionen Euro und der operative Gewinn um 31,4 Millionen Euro aufgebläht. Ein Teil davon wurde nun stattdessen 2025 verbucht. "Die juristische Bewertung der Sachverhalte und Verantwortlichkeiten im Hinblick auf mögliche Schadensersatzforderungen dauert an", erklärte Gerresheimer.

DÜSSELDORF - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/Gerresheimer AG

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