Heimische Lackindustrie steigert 2025 Umsatz leicht

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Automotiv-Sektor ist das "Sorgenkind" der Branche
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Die heimische Lack- und Anstrichmittelindustrie hat sich im Vorjahr stabilisiert. Der Umsatz stieg um 1,2 Prozent auf rund 508 Millionen Euro. "Die leichte Stabilisierung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich unsere Branche weiterhin in einem sehr anspruchsvollen Umfeld bewegt", warnte Branchenobmann Hubert Culik am Mittwoch in Wien. Die Lage der Branche bleibe angespannt, auch wenn die Folgen des Ukraine-Krieges und der Covid-19-Pandemie nunmehr überwunden seien.

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Mengenmäßig verzeichnete die Branche 2025 mit ihren 28 Betrieben und rund 2.800 Mitarbeitenden ein Plus von rund 4 Prozent, was laut Culik auch mit den niedrigeren erzielten Preisen zusammenhängt. Zu schaffen mache die schwache Baukonjunktur, die fehlenden Infrastrukturprojekte und die allgemeine Investitionszurückhaltung. Auch die dekorativen Beschichtungen sowie die Produkte für Hochbau und Innenausbau schwächeln. Der Automotiv-Sektor sei "das Sorgenkind", so der Branchenobmann. Im Industriebereich gab es im Vorjahr hingegen leichte Zuwächse.

Einbußen gab es im Außenhandel. Hier seien "die goldenen Zeiten" scheinbar vorbei, sagte Klaus Schaubmayr, Geschäftsführer der Berufsgruppe Lackindustrie beim Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). Das Exportvolumen sank im Vorjahr um 10,5 Prozent gegenüber 2024. Wertmäßig fiel der Rückgang mit 7,1 Prozent geringer aus.

Wichtigster Exportmarkt bleibt Deutschland mit 18.400 Tonnen, allerdings mit einem Rückgang von 11,6 Prozent (mengenmäßig) sowie 14,4 Prozent (wertmäßig). Dort kämpfe man mit denselben Problemen wie in Österreich, so Schaubmayr. Viel Geld sei vom deutschen Staat für Infrastrukturprojekte vorgesehen, es sei aber noch nicht abgerufen worden. Von den Investitionen in die Rüstungsindustrie profitieren die österreichischen Unternehmen der Branche nicht. Hier seien die USA, insbesondere der Lack- und Farbenhersteller Sherwin-Williams, die Profiteure, sagte Culik. Beim Export folgen Italien (5.900 Tonnen), Ungarn (5.400) und die Slowakei (5.300), wo es ein kräftiges Wachstum von 62 Prozent bei den Exportmengen gab.

Die Situation sei sehr angespannt, sagte Culik mit Blick auf das Jahr 2026. Der Iran-Konflikt brachte eine Verringerung der Rohstoffverfügbarkeit wegen der Straße von Hormuz und damit einhergehend Preiserhöhungen durch die Rohstoffhersteller. Dadurch verteuerten sich Lösungsmittel um bis zu 90 Prozent. Titandioxid oder Epoxidharz wurden um bis zu 20 Prozent teurer. Das werde mit Ende Juni schlagend, da die Lagerbestände zu Ende gehen. Durch die vorherige Verlagerung vieler Komponenten der Basischemie sei man von China bzw. von Asien abhängig, so der Branchenobmann weiter. Er erwarte nun eine zweite Welle der Preiserhöhungen in der Branche. Die erste Welle brachte Erhöhungen von 8 bis 12 Prozent. Allerdings bringe man die erhöhten Preise nicht immer durch.

Die Branche stehe unter einem erhöhten Wettbewerbsdruck aufgrund der hohen Energie- und Lohnstückkosten. Hinzu komme der "extreme Vorschriftendschungel", so Schaubmayr, der wie Culik die Umsetzung des Clean Industrial Deal (CID) von der EU sowie einen Bürokratiestopp und Übergangsfristen bei Neuregelungen wie etwa beim "Greenwashing" fordert.

Als großen Erfolg bezeichnete Schaubmayr das Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) von August 2025 zu "unserem wichtigsten Rohstoff" Titandioxid. Der Weißmacher darf laut Urteil nicht als Stoff bezeichnet werden, der Krebs erregen kann. Er hoffe, dass damit "nie mehr wieder so schlampig und mit solchen fehlerhaften Studien" ein Stoff mit solchen Gefahren eingestuft werde.

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