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Im laufenden Jahr sollen daher 195 bis 205 Mrd. Dollar (179,7 Mrd. Euro) in den Ausbau der KI-Infrastruktur fließen, fügte die Managerin hinzu. Bisher hatte sie 180 bis 190 Mrd. Dollar prognostiziert.
Die in Deutschland notierten Alphabet-Aktien fielen daraufhin am Donnerstag um rund vier Prozent. "Nach einem Quartal mit negativem Cashflow kommt die erneute Erhöhung der Investitionen nicht gut an", sagte Analyst Thomas Monteiro vom Online-Broker Investing.com. "Solange die Umsätze weiter steigen, werden die Anleger dies tolerieren, aber der Spielraum für Fehler wird von Quartal zu Quartal kleiner." Alphabet verzeichnete in den vergangenen Monaten einen Mittelabfluss von knapp 6 Mrd. Dollar.
Dabei stiegen die Umsätze von Google Cloud heuer im zweiten Quartal deutlich schneller als von Analysten erwartet. Sie legten um 82 Prozent auf 24,8 Mrd. Dollar zu. Im vorangegangenen Quartal hatte diese Alphabet-Sparte mit einem Zuwachs von 63 Prozent die Konkurrenten Amazon Web Services (AWS) und Microsoft hinter sich gelassen. Diese wollen ihre Zahlen in der kommenden Woche vorlegen.
Der Konzernumsatz von Alphabet stieg im Berichtszeitraum währungsbereinigt um überraschend deutliche 23 Prozent auf 119,8 Mrd. Dollar. "Diese Ergebnisse zeigen, dass unser ganzheitlicher KI-Ansatz messbaren Mehrwert liefert", sagte Konzernchef Sundar Pichai.
Neben der Cloud-Sparte war Google Search ein weiterer Lichtblick der Alphabet-Bilanz. Dank neuer KI-Funktionen greifen Nutzer häufiger auf die Suchmaschine zurück, wodurch die Werbeeinnahmen steigen. Diese legten im Berichtszeitraum um gut 14 Prozent auf 81,6 Mrd. Dollar zu und übertrafen die Markterwartungen ebenfalls.
Bei der Weiterentwicklung des KI-Modells Gemini ist Google jedoch ins Hintertreffen geraten. Während die Rivalen OpenAI und Anthropic immer neue Versionen vorstellen, die sich vor allem an Geschäftskunden richten, verschob Google die für Juni geplante Veröffentlichung seines neuesten KI-Spitzenmodells Gemini 3.5 Pro. Alphabet-Chef Pichai räumte Versäumnisse ein und gelobte Besserung. Das Training für die kommende KI-Generation Gemini 4 laufe bereits auf Hochtouren. Er sei zuversichtlich, technologisch wieder Anschluss finden zu können.
Die großen US-Technologiekonzerne werden 2026 voraussichtlich mehr als 700 Mrd. Dollar in den Bau neuer KI-Rechenzentren stecken. Den Analysten der Bank Morgan Stanley zufolge wird diese Summe im kommenden Jahr auf mehr als 1 Bio. Dollar anwachsen.
Asiatischen Halbleiterwerten gab die Aussicht auf höhere Investitionen der Cloud-Anbieter und KI-Entwickler am Donnerstag Auftrieb. Die Aktien der südkoreanischen Speicherchip-Produzenten Samsung und SK Hynix legten bis zu 5 Prozent zu. In Japan gewann der Rivale Kioxia zeitweise 4,5 Prozent. Zulieferer wie Advantest oder Tokyo Electron waren ebenfalls gefragt. "Des einen Leid ist des anderen Freud", sagte Stephan Kemper, Chef-Anlagestratege der Vermögensverwaltung der Bank BNP Paribas. "Die Kapitalausgaben der Softwaregiganten sind die verlässlichen Umsätze der Hardware-Produzenten."
In Europa gehörte Nokia mit einem Kursplus von bis zu 7 Prozent zu den Favoriten. Das Geschäft des finnischen Konzerns mit Netzwerk-Komponenten für Rechenzentren boomt. Der Chipkonzern STMicro hob seine Wachstumsziele für Leistungshalbleiter für KI-Server an. Beim Konzernausblick blieb der Infineon-Rivale jedoch leicht hinter den Erwartungen zurück. "Wie schon vor der Berichtssaison zu befürchten war, ist gut nicht mehr gut genug", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses CMC Markets. Die Aktie brach daraufhin um fast 17 Prozent ein und steuerte auf einen Rekord-Tagesverlust zu. In ihrem Sog gab der europäische Technologie-Index um 1,5 Prozent nach.