Französisch-deutscher Panzerbauer KNDS startet Börsengang

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KNDS ist bald börsenotiert
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Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS hat den Startschuss für seinen milliardenschweren Börsengang gegeben, der noch vor der Sommerpause erfolgen soll. Wie erwartet wollen der französische Staat und die in der Wegmann-Holding vereinten deutschen Eigentümerfamilien jeweils zehn Prozent an KNDS an die Börsen in Frankfurt und Paris bringen, teilten die Firmen am Mittwoch mit. Der deutsche Staat übernimmt noch vor dem Börsengang die restlichen 40 Prozent der Wegmann-Holding.

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Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll darüber am Freitag final entscheiden. Deutschland und Frankreich haben sich wegen der strategischen Bedeutung des Herstellers von "Leopard 2"-, "Boxer"- und "Leclerc"-Panzern weitgehende Sonderrechte gesichert.

Neue Aktien gibt KNDS bei der Emission nicht aus, der Erlös fließt vollständig an die bisherigen Eigentümer. Organisiert wird der Börsengang von den Investmentbanken Bank of America (BofA Securities), Deutsche Bank, Goldman Sachs und Société Générale. Die Bewertungen für Rüstungsunternehmen waren zuletzt unter Druck geraten. War vor einigen Wochen noch von mehr als 20 Milliarden Euro die Rede, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Mittwoch, eine Bewertung von 15 Milliarden Euro für KNDS sei "ein solides Ziel". Rechnerisch wäre der Börsengang damit rund drei Milliarden Euro schwer. Als spätestmöglicher Termin für die Erstnotiz gilt der 13. Juli, der Tag vor dem französischen Nationalfeiertag, der dort die Sommerpause an den Märkten einläutet.

Die deutsche Bundesregierung zahlt für ihr Aktienpaket allerdings mehr als den Emissionspreis. Mit den Familieneigentümern habe sich der Bund auf einen Paketaufschlag geeinigt, der auch die Kursentwicklung in den Monaten nach dem Börsengang berücksichtige, heißt es in einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Bundestages, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Ein Insider sagte, der Aufschlag liege bei mehr als zehn Prozent. Ursprünglich hatte der Bund darauf gepocht, nicht mehr zu zahlen als die übrigen künftigen Aktionäre von KNDS. Der Ausschuss soll dem Vorhaben einem Insider zufolge in einer Sondersitzung am Freitag (26. Juni) zustimmen.

Mit ihrem Einstieg stellt die Bundesregierung sicher, bei KNDS auf Augenhöhe mit dem französischen Staat zu agieren, der seine Beteiligung an dem Rüstungskonzern von 50 auf 40 Prozent reduzieren will. Die Bundeswehr ist der größte Auftraggeber. Deutschland und Frankreich haben vereinbart, dass sie ihre Anteile in den nächsten zehn Jahren nur mit Zustimmung des jeweils anderen auf weniger als 30 Prozent reduzieren dürfen. So lange sie über der 30-Prozent-Marke bleiben, können sie jeweils drei Verwaltungsräte von KNDS stellen. Wichtige Entscheidungen - etwa über Personalien - müssen dort beide zustimmen.

Die Familien steigen im Zuge des Börsengangs komplett aus. KNDS war 2015 aus dem Zusammenschluss der deutschen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit der französischen staatlichen Nexter Systems entstanden. Der Panzerbauer profitiert massiv von der Aufrüstung in Europa. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete KNDS einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro, 16 Prozent mehr als 2024. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag bei 661 Millionen Euro. Für das laufende Jahr peilt der Konzern ein Umsatzwachstum von 30 Prozent an, mittelfristig seien elf bis zwölf Milliarden Euro Umsatz drin, bei einer operativen Umsatzrendite (EBIT-Marge) von 14 bis 15 Prozent. KNDS sitzt auf einem Orderbestand von 33 Milliarden Euro.

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