Europas Leitbörsen zu Mittag mit Abgaben, Euro-Stoxx -1,3 %

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Schwache Halbleiterwerte und Inflationssorgen belasten
 © APA/APA/AFP/LUDOVIC MARIN
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Die europäischen Börsen haben am Freitag nachgegeben. Im Laufe des Vormittags glitten die Notierungen dabei zunehmend ins Minus. Neue US-Angriffe gegen den Iran belasteten ebenso wie die kräftigen Verluste der Halbleiterwerte in den USA und in Fernost. "Gute Quartalsberichte werden nicht mehr gefeiert, sondern seziert - und jeder kleine Makel reicht für Gewinnmitnahmen", merkte der Anbieter von Handelsstrategien Index Radar dazu an. "Das sorgt kurzfristig für Nervosität."

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Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 sank gegen Mittag um 1,27 Prozent auf 6.203,77 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX um 0,82 Prozent schwächer bei 24.710,76 Zählern. Außerhalb des Euroraums tendierte der Schweizer SMI unverändert. Der britische FTSE-100 trat ebenfalls auf der Stelle.

Der bange Blick galt zudem der Inflation. "Die durch den Krieg im Iran hervorgerufenen hohen Energiepreise lassen weiterhin das Inflationsgespenst über das Börsenparkett spuken", warnte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. "Je länger der Krieg im Iran fortgesetzt wird, desto schwerer sind die Folgen für die Konjunkturentwicklungen in Europa."

Schwächster Sektor waren die Technologiewerte. Halbleitertitel litten unter den schwachen Vorgaben und fielen deutlich. So sanken ASML um 4,3 Prozent. "Aus Euphorie wird Skepsis", stellte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets fest. "Nach der monatelangen Rally fließt Kapital aus Chip- und KI-Aktien ab." Die Messlatte liege inzwischen so hoch, dass selbst Spitzenzahlen kaum noch Begeisterung auslösten.

Im ebenfalls schwachen Rohstoffsektor gaben Aktien von Yara um ein Prozent nach. Die Experten von JPMorgan sprachen von schwächer als erwartet ausgefallenen Ergebnissen zum zweiten Quartal. Die Konsensschätzungen für das Gesamtjahr dürften unter Druck kommen.

Unter den Reiseaktien schwächelten Air France-KLM und sanken um 3,5 Prozent. Die Analysten von Kepler Cheuvreux hatten den Wert auf "Reduce" abgestuft. Die zurückliegende Rally des Kurses sei übertrieben gewesen, so die Begründung.

Im Fahrzeugsektor gab es Zahlen aus Schweden. Ein überraschend schwaches zweites Quartal belastete dabei die Aktien des Autobauers Volvo Cars, die um sieben Prozent fielen und sich damit den Jahrestiefs von Ende Juni näherten. Besser hielten sich die Anteile des Lkw-Bauers Volvo AB, die wenig verändert tendierten. Der Nutzfahrzeughersteller hatte sich im zweiten Quartal besser als gedacht entwickelt und eine starke Nachfrage nach Lkw verzeichnet.

Anleger hielten sich vermehrt an defensive Sektoren wie Versorger, Nahrungsmittel und Telekommunikation. Die ansonsten soliden Pharmawerte wurden etwas durch die Abgaben von GSK gebremst, die um drei Prozent nachgaben. Das Unternehmen stellt die Entwicklung von Medikamenten gegen chronischen Husten ein.

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