Europas Leitbörsen überwiegend tiefer ins Wochenende

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Euro-Stoxx-50 verliert 0,8 % - Technologiewerte erneut unter Druck
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Die europäischen Börsen haben am Freitag überwiegend mit Verlusten den Handelstag beendet. Neue US-Angriffe gegen den Iran belasteten ebenso wie die kräftigen Verluste der Halbleiterwerte in den USA und in Fernost. "Gute Quartalsberichte werden nicht mehr gefeiert, sondern seziert - und jeder kleine Makel reicht für Gewinnmitnahmen", merkte der Anbieter von Handelsstrategien Index Radar dazu an. "Das sorgt kurzfristig für Nervosität."

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Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 sank zum Sitzungsende um 0,84 Prozent auf 6.230,87 Punkte. In Frankfurt schloss der DAX um 0,34 Prozent schwächer bei 24.830,98 Zählern. Der britische FTSE-100 legte hingegen 0,27 Prozent auf 10.600,37 Einheiten zu.

Der bange Blick galt zudem der Inflation. "Die durch den Krieg im Iran hervorgerufenen hohen Energiepreise lassen weiterhin das Inflationsgespenst über das Börsenparkett spuken", warnte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. "Je länger der Krieg im Iran fortgesetzt wird, desto schwerer sind die Folgen für die Konjunkturentwicklungen in Europa."

Mit Abstand schwächster Sektor waren die Technologiewerte. Halbleitertitel litten unter den schwachen Vorgaben und fielen deutlich. So sanken ASML um 4,3 Prozent. BE Semiconductor büßten sogar fünf Prozent. Den STMicroelectronics-Papiere erging es mit einem Abschlag von 4,3 Prozent nicht viel besser. "Aus Euphorie wird Skepsis", stellte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets fest. "Nach der monatelangen Rally fließt Kapital aus Chip- und KI-Aktien ab." Die Messlatte liege inzwischen so hoch, dass selbst Spitzenzahlen kaum noch Begeisterung auslösten.

"Die Hoffnungen auf die Beilegung des Iran-Kriegs haben sich vorerst wieder zerschlagen und an den Rentenmärkten sind die Zinserwartungen entsprechend erneut gestiegen", kommentierte LBBW-Chefvolkswirt Moritz Kraemer. Dies sei eine zusätzliche Bürde für Wachstumsaktien der Tech-Branche.

Unter den Reiseaktien schwächelten Air France-KLM und sanken um 3,8 Prozent. Die Analysten von Kepler Cheuvreux hatten den Wert auf "Reduce" abgestuft. Die zurückliegende Rally des Kurses sei übertrieben gewesen, so die Begründung.

Im Fahrzeugsektor gab es Zahlen aus Schweden. Ein überraschend schwaches zweites Quartal belastete dabei die Aktien des Autobauers Volvo Car, die um 10,8 Prozent fielen und sich damit den Jahrestiefs von Ende Juni näherten. Besser hielten sich die Anteile des Lkw-Bauers Volvo AB, die mit minus 0,6 Prozent schlossen. Der Nutzfahrzeughersteller hatte sich im zweiten Quartal besser als gedacht entwickelt und eine starke Nachfrage nach Lkw verzeichnet.

Anleger hielten sich vermehrt an defensive Sektoren wie Versorger, Nahrungsmittel und Telekommunikation. Die ansonsten soliden Pharmawerte wurden etwas durch die Abgaben von GSK gebremst, die um zwei Prozent nachgaben. Das Unternehmen stellt die Entwicklung von Medikamenten gegen chronischen Husten ein.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND

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