Europas Leitbörsen tendieren im Frühhandel mit Verlusten

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
++ ARCHIVBILD ++ Der DAX sackt ab
 © APA/APA/DPA/ARNE DEDERT
©APA/APA/DPA/ARNE DEDERT
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Europas Leitbörsen haben sich am Mittwochvormittag mit Abgaben gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 verlor 1,62 Prozent auf 6.215,25 Punkte. In Frankfurt notierte der DAX um satte 1,98 Prozent niedriger bei 24.960,52 Zählern. Außerhalb der Eurozone dämpfte sich der FTSE-100 um 1,20 Prozent auf 10.537,86 Einheiten ab.

von

Nach wie vor belasten Gewinnmitnahmen bei KI-Aktien, wie sie an Asiens Börsen erneut zu beobachten sind. So sackte der südkoreanische Kospi , zuletzt Sinnbild der KI-Rally, erneut kräftig ab und büßte zum Handelsschluss etwas mehr als 5 Prozent ein. Nun ist er wieder zurück auf dem tiefsten Stand seit Mitte Mai. Der US-Halbleiterindex SOX hatte am Vorabend seine Talfahrt wieder aufgenommen.

Obendrein scheint die Entspannung in Iran-Krieg vorerst ein Ende gefunden haben. Darauf deuten die steigenden Ölpreise hin. Nach jüngsten Attacken des Iran in der Straße von Hormuz, griff das US-Militär Ziele im Iran an. Zudem wurden die Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft gesetzt. Das nährt Inflations- und Konjunktursorgen.

Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht angesichts der erneuten gegenseitigen Angriffe in Nahost und des erneuten Embargos iranischer Ölexporte wieder Unsicherheit aufflammen. Das komme gerade zu einem Zeitpunkt, "als die Märkte die geopolitischen Risiken samt der dadurch begleiteten Inflationssorgen abhaken wollten", erklärte er. Zwar sieht er in den Ereignissen keine Abkehr vom Friedensprozess. "Sie sind aber eine Entwicklung in die falsche Richtung."

Außerdem wird Stanzl zufolge an der Börse die Sommerpause immer spürbarer. Es fehle mit Blick auf den recht dürftigen Terminkalender an triftigen Gründen, um bei Aktien zuzugreifen.

Wieder steigende Ölpreise wecken frische Inflationssorgen, und die wiederum wecken Sorgen vor steigenden Zinsen. Immobilienwerte hatten daher an diesem Morgen einen schweren Stand. Vonovia sackten am DAX-Ende um 3,1 Prozent ab und im MDax verloren TAG Immobilien , LEG oder auch Aroundtown zwischen 3,1 und 4,2 Prozent.

Gefragt waren unterdessen Aktien aus dem Energiesektor. E.ON und RWE legten im DAX je 1,0 Prozent zu.

Das Lufthansa-Papier büßte unterdessen 3,8 Prozent ein und litt unter einer Abstufung der Citigroup auf "Sell". Die Bewertung der Aktie der Fluggesellschaft sei eine Wette darauf, dass der temporäre Rückenwind weiter bläst. Dabei müssten die Anleger aber geringere Margen akzeptieren und Streikrisiken ausblenden, hieß es.

UniCredit kommt zudem einer Mehrheit bei der Commerzbank näher. Das Übernahmeangebot der Italiener wurde bis Ablauf am 3. Juli für 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere angenommen, teilte die UniCredit am Mittwoch mit. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Großbank aus Mailand schon vor dem Angebot hielt, steigt der direkte UniCredit-Anteil an der Commerzbank damit auf gut 44 Prozent. UniCredit verlor heute in Mailand bisher 2,5 Prozent, Commerzbank in Frankfurt 1,2 Prozent.

Über die Autoren

Logo
trend. Abo

Nur jetzt ein ganzes Jahr trend. für nur €10,99 pro Monat!