Europas Leitbörsen schließen überwiegend im Plus

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Sinkende Ölpreise schieben an
 © AFP, JUSTIN TALLIS, Apa
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Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag mehrheitlich etwas zugelegt. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 stieg um 0,12 Prozent auf 6.455,63 Punkte. Der deutsche DAX gewann 0,61 Prozent auf 26.266,14 Zähler. In London legte der britische FTSE-100 um 0,29 Prozent auf 10.886,16 Punkte zu.

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Etwas Rückenwind kam am Dienstag von fallenden Anleiherenditen und weiter sinkenden Ölpreisen. Am Montagabend hatte eine Rede des US-Finanzministers Scott Bessent keine konkreten Maßnahmen aufgezeigt, mit denen die USA den Kriegsgegner Iran stärker unter Druck setzen will. Zuvor hatte die US-Regierung von einem "Wirtschaftskrieg" gegen den Iran gesprochen und damit gedroht, Teheran komplett von der Weltwirtschaft zu isolieren. Mit wirtschaftlichem Druck wollen die USA den Iran zurück an den Verhandlungstisch bringen und die Öffnung der für die Weltwirtschaft wichtigen Straße von Hormuz erreichen.

Hinzu kamen robuste deutsche Wirtschaftsdaten. Veröffentlicht wurde am Vormittag das Ifo-Geschäftsklima, das als wichtigstes deutsches Konjunkturbarometer gilt. Demnach hellte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im August weiter auf. Ökonomen erwarten trotz der Folgen des Iran-Kriegs und der jüngsten Dürre eine Belebung der Wirtschaft.

Zunehmend rücken zudem die zur Wochenmitte anstehenden Quartalszahlen des US-Chipriesen Nvidia in den Fokus. Von Nvidia werde erwartet, dass es die Anleger beeindruckt, so Jochen Stanzle von der Consors Bank. Im Vorfeld erholten sich Chipwerte etwas von den Vortagesverlusten. So stiegen im Euro-Stoxx ASML um 0,8 Prozent und Infineon um 1,3 Prozent. An der Börse in Paris gewannen STMicro 0,8 Prozent.

"In unserem Basisszenario dürften die Investitionen für KI robust bleiben", erwartet Chefanleger Mark Haefele von der Bank UBS mit Blick auf die Halbleiterbranche. Zwar dürften die Wachstumsraten nachlassen; die großen Tech-Konzerne dürften aber weiterhin in Datenzentren, technologische Infrastruktur und KI-Anwendungen investieren.

Mit an der Spitze bei den europäischen Sektoren lagen Industriewerte mit plus 1,1 Prozent. Neben den niedrigeren Energiepreisen und soliden Wirtschaftsdaten machten Melrose in London mit einem Aufschlag von 10,5 Prozent auf sich aufmerksam. Die Industrieholding hatte mitgeteilt, dass die US-Staatsanwaltschaft ihre strafrechtlichen Ermittlungen zu einem Chemiezwischenfall im Werk der Tochtergesellschaft GKN Aerospace im kalifornischen Garden Grove eingestellt hat.

Aktien von Siemens Energy stiegen um 2,7 Prozent. Händler verwiesen auf einen Bloomberg-Bericht, wonach der Elektrotechnikkonzern die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt hat, einen Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung am Dampfturbinengeschäft vorzubereiten. Die Pläne für einen Verkauf seien nicht neu, die hohen Wertindikationen von über 10 Milliarden Euro dürften den Aktienkurs aber begünstigen, hieß es.

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