Europas Leitbörsen schließen dank tieferer Ölpreise im Plus

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Euro-Stoxx-50 dämmt Zuwächse im Späthandel auf dünne 0,02 Prozent ein
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Europas Aktienmärkte haben ihre bereits am Freitag begonnene Erholung zum Wochenstart gebremst fortgesetzt. Der Schweizer SMI kletterte am Montag im Frühhandel auf ein neues Rekordhoch. Auslöser der wieder zunehmend entspannten Stimmung an den Börsen waren die weiter deutlich sinkenden Ölpreise, nachdem die Vereinigten Staaten ihre Angriffe gegen den Iran vorerst beendet haben. Auch der Iran signalisierte, seine Angriffe vorerst auszusetzen.

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Im Späthandel wurden in Europa die Zuwächse - nach einer im Verlauf eingetrübten Stimmung an der Wall Street - aber merklich eingegrenzt. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 gewann zum Sitzungsende nur mehr dünne 0,02 Prozent auf 6.282 Punkte, blieb damit deutlich unter seinem Tageshoch. Der deutsche DAX verbesserte sich um 1,04 Prozent auf 25.361 Zähler. Der britische FTSE-100 stieg zuletzt um 0,42 Prozent auf 10.782 Punkte.

Angesichts der sinkenden Ölpreise schalteten die Anleger teilweise wieder in den "Risk-on-Modus", kommentierte Marktanalyst Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets. "Die internationale Entspannung sorgt für Rückenwind."

Deutlich nach unten ging es hingegen für Technologiewerte. Der Kurs des Chipindustrie-Ausrüsters und Branchenschwergewichtes ASML hat zum Wochenauftakt wegen Konkurrenzsorgen eine deutliche Kehrtwende hingelegt und drückte damit auf den gesamten Sektor. Ein Bericht des Magazins "The Information" über eine beginnende Produktion von Immersions-DUV-Lithografiesystemen in China belastete den Kurs, der zuvor wegen neuer Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Krieg noch im Plus lag. Zum Sitzungsende notierte die Aktie 8,5 Prozent im Minus bei 1.429,80 Euro und damit auf dem tiefsten Stand seit rund sieben Wochen.

Im Einzelhandelsbereich ragte vor allem das Papier von Inditex hervor, das von einer Hochstufung der Barclays-Bank profitierte. Analyst Matthew Clements hob sein Kursziel auf 62,50 Euro an und stufte die Aktie des Zara-Mutterunternehmens auf "Overweight" hoch. Die Bewertung sei inzwischen wieder auf einem angemessenen Niveau. Zudem lobte er die Preisgestaltungsmacht und Lagerbestandssteuerung des spanischen Bekleidungsherstellers im inflationsgeprägten Umfeld. Die Aktie legte als einer der Favoriten im Euro-Stoxx um fast zwei Prozent auf 55,48 Euro zu.

Im Luftfahrt- und Reisesektor verteuerten sich Lufthansa, Tui und Fraport als Profiteure sinkender Ölpreise zwischen 1,4 und vier Prozent.

Im Software-Sektor herrschte nach den guten Zahlen von SAP und Atoss Software auch zu Wochenbeginn gute Laune. Beide Titel legten nochmals merklich zu, SAP an der DAX-Spitze um 7,9 Prozent und Atoss im Nebenwerteindex SDax um zehn Prozent.

Nach der Veröffentlichung von Umsatzzahlen zum ersten Quartal 2026/27 sowie einer Erhöhung der Prognose für das operative Jahresergebnis nach Leasingverträgen gewann die Aktie von Vodafone in London 4,8 Prozent. Außerdem übertraf der britische Telekomkonzern unter anderem wegen des Wachstums im Deutschland-Geschäft mit seinen Service-Umsätzen die Erwartungen.

Astrazeneca gab ebenfalls Quartalszahlen bekannt. Der Pharmakonzern profitierte von steigenden Verkäufen von Krebsmedikamenten und Arzneimitteln für seltene Krankheiten. Dies konnte den Gegenwind aus dem Patentverlust für das Mittel Farxiga in den USA mehr als ausgleichen. Analyst JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach von "soliden" Zahlen. Umsatz und operatives Ergebnis im Kerngeschäft hätten den Markterwartungen entsprochen. Wegen eines niedrigeren Steuersatzes habe der Kerngewinn je Aktie zudem positiv überrascht. In London schlossen Astrazeneca mit einem Plus von 1,7 Prozent.

FRANKFURT - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/AFP/DANIEL ROLAND

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