Europas Leitbörsen notieren zu Mittag kaum verändert

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++ ARCHIVBILD ++ Handelstag verläuft größtenteils ruhig
 © APA/APA/dpa/Hannes P Albert
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Europas wichtigste Aktienmärkte haben sich am Freitag kaum verändert gezeigt. Der Handel verlief größtenteils ruhig. "An den Aktienmärkten drängt sich nun neben Konjunkturdaten und geopolitischen Einflüssen die Berichtssaison für das zweite Quartal in den Vordergrund", so Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank. "Wirklich Fahrt nimmt der Zahlenreigen ab Dienstag auf, wenn vier Großbanken berichten und den Tenor für die Märkte setzen."

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Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 sank gegen Mittag um 0,1 Prozent auf 6.278,60 Punkte. Der deutsche Leitindex DAX stieg um 0,05 Prozent auf 25.131,94 Zähler. Außerhalb des Euroraums gewann der Schweizer SMI 0,24 Prozent auf 14.249,56 Einheiten, während der britische FTSE-100 mit 10.485,75 Punkten auf der Stelle trat.

Schwächster Sektor waren die Technologiewerte. Hier belasteten die Verluste der Halbleiteraktien, deren Erholung damit ausgelaufen zu sein scheint. ASML sanken um 2,7 Prozent. Die Augen sind nun auf den Start des südkoreanischen Halbleiterkonzerns SK Hynix an der Nasdaq gerichtet. "Das Volumen der Platzierung wird auf rund 28 Milliarden Dollar veranschlagt", hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg. "Damit wäre die Transaktion eine der größten Aktienplatzierungen der Börsengeschichte und ein Stimmungsbarometer für den überhitzten KI-Sektor."

Auch Ölwerte verzeichneten Verluste. Trotz der jüngsten militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran im Streit um die Straße von Hormus gehen die Bemühungen um eine Beilegung der Feindseligkeiten weiter. "Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Das dämpfte Sorgen vor weiter kräftig steigenden Ölpreisen. Marktteilnehmer seien zuversichtlich, dass sich der Frachtverkehr durch die Straße von Hormuz stabilisieren werde, merkte Analyst Ricardo Evangelista vom Broker ActivTrades an.

Stark entwickelten sich dagegen die Telekomwerte. Hier gaben Vodafone-Aktien mit elf Prozent Aufschlag den Takt vor. Der Vodafone-Großaktionär Emirates Telecom verkauft seine Beteiligung am britischen Telekomkonzern an den französischen Milliardär Xavier Niel für 112,5 britische Pence je Aktie. Der Kurs zog also in etwa auf das Niveau des Kaufpreises an.

Gefragt waren auch Rohstoffaktien. JPMorgan hatte das Kursziel für ArcelorMittal von 45 auf 57 Euro angehoben und die Aktien von "Underweight" auf "Neutral" hochgestuft. Analyst Dominic O'Kane wird optimistisch für die europäische Stahlbranche. Die Protektionsmaßnahmen der Politik zeigten Wirkung, schrieb er. ArcelorMittal kletterten um 5,7 Prozent, auch andere Stahlwerte waren gesucht.

Im ebenfalls steigenden Sektor der Reisewerte sprangen Aktien von Easyjet um über 14 Prozent nach oben. Der Rivale Apollo Global war dem US-Finanzinvestor Castlelake bei der sicher geglaubten Übernahme des britischen Billigfliegers zuvor gekommen. Laut den Briten soll im Übernahmepoker nun Apollo mit einem höheren Gebot zum Zuge kommen.

Nach der Sitzung des VW-Aufsichtsrates zu möglichen weiteren Einsparungen bekräftigt Konzernchef Oliver Blume das Ziel, den Autobauer neu auszurichten. Der Vorstand treibe die Transformation weiter voran, teilte Blume in einem Statement mit. "Mit unserem Zukunftsplan stellen wir den Konzern auch in einem global massiv herausfordernden Umfeld noch robuster und wettbewerbsfähiger auf." Blume sprach von der "umfassendsten Neuausrichtung der Konzerngeschichte". Die VW-Vorzugsaktie fiel um 0,87 Prozent.

Der durch US-Glyphosatklagen von hohen Schulden belastete Pharma-und Agrarchemiekonzern Bayer verschafft sich durch einen Milliardendeal mit der Beteiligungsgesellschaft Apollo mehr finanziellen Spielraum. Apollo erhalte eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, in die Bayer sein Geschäft mit reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln (LARC) einbringe, teilte der DAX-Konzern mit. Dadurch sichert sich Bayer den Angaben zufolge 3 Milliarden Euro Eigenkapital. Die Bayer-Anteilsscheine verloren 1,38 Prozent.

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