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Positive Vorgaben hatte die Wall Street am Vorabend geliefert. Experten mahnen aber zur Vorsicht. "Die Verunsicherung rund um das von US-Präsident angerichtete Zollchaos ist hoch und auch der Iran-Konflikt bleibt ein Unsicherheitsfaktor, wenngleich die Diplomatie noch nicht erschöpft zu sein scheint", schreiben die Helaba-Analysten in ihrem Tageskommentar. Politische Schlagzeilen sind und bleiben Kurstreiber an den Finanzmärkten, zumal heute auch keine wichtigen und marktbewegende Datenveröffentlichungen auf dem Programm stehen, hieß es weiter von den Experten.
Eine Branchenbetrachtung in Europa zeigte die Sektoren Banken, Öl und Technologie am deutlichsten im Plus. Bei den Techwerten sind die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen des auf KI-Chips spezialisierten Tech-Riesen Nvidia ein wichtiges Thema.
Im Euro-Stoxx-50 markierte die Siemens-Aktie mit plus 2,2 Prozent den Spitzenplatz. An der 2. Stelle verteuerten sich Adyen um 2,1 Prozent. Dahinter steigerten sich die Banken BNP Paribas, Santander Banco und UniCredit um bis zu 1,9 Prozent.
Die spanische Großbank Santander will bis zum Jahr 2028 deutlich mehr Kunden gewinnen und ihren Überschuss kräftig steigern. Der Gewinn soll von zuletzt gut 14 Milliarden auf mehr als 20 Milliarden Euro klettern.
Auto1 Group sackten um mehr als sechs Prozent ab. Der Online-Gebrauchtwagenhändler hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erzielt. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) schnellte um rund 81 Prozent auf 197,5 Mio. Euro. Das Aktienminus begründeten Experten damit, dass der Ausblick des Unternehmens in puncto Gewinn zurückhaltender sei als gedacht.
Eon gaben leicht um 0,3 Prozent nach. Der Energiekonzern will bis zum Ende des Jahrzehnts Milliarden in den Ausbau der Energieinfrastruktur stecken. 2026 bis 2030 seien Investitionen von 48 Milliarden Euro geplant.
Die Aktie von Diageo ist nach gesenkten Jahreszielen und einer angekündigten Dividendenkürzung auf Talfahrt gegangen. Die Aktie des Spirituosenherstellers büßte in London im frühen Handel bis zu sieben Prozent ein, womit die Gewinne der vergangenen vier Handelstage wieder ausradiert wurden.
AMSTERDAM - NIEDERLANDE: FOTO: APA/APA (AFP)/JOHN THYS